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	<title>Geschichte - Semmer-Seite</title>
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	<title>Geschichte - Semmer-Seite</title>
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	<item>
		<title>Die Geschichte der Untermühle zu Semd</title>
		<link>https://www.die-semmer.de/2025/04/22/die-geschichte-der-untermuehle-zu-semd/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Karlheinz Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Apr 2025 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Heimatverein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Vorwort Nichts prägte das Dorf Semd mehr als die um 800 als Semida überlieferte „Semmer Besch“. Der Bach war nicht nur die Voraussetzung für die frühe Besiedlung unseres Gebietes, sondern war auch gleichzeitig Namensgeber&#46;&#46;&#46;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div style="height: 100%;"><a class="fancybox" title="" href="titel.png"><br />
</a><a class="fancybox" href="titel.png"><img fetchpriority="high" decoding="async" class="aligncenter wp-image-396 size-full" src="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/titel.png" alt="" width="793" height="968" srcset="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/titel.png 793w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/titel-246x300.png 246w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/titel-768x937.png 768w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/titel-720x879.png 720w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/titel-520x635.png 520w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/titel-320x391.png 320w" sizes="(max-width: 793px) 100vw, 793px" /></a><center></center></div>
<h1 id="header">Vorwort</h1>
<p>Nichts prägte das Dorf Semd mehr als die um 800 als Semida überlieferte „Semmer Besch“. Der Bach war nicht nur die Voraussetzung für die frühe Besiedlung unseres Gebietes, sondern war auch gleichzeitig Namensgeber für den Ort Semd.</p>
<p>Innerhalb der Semder Gemarkung befanden sich am Verlauf der Semme ehemals 3 Mahlmühlen.</p>
<h3 class="subheader">Obermühle</h3>
<div style="height: 100%;"><a class="fancybox" title="" href="obermuehle.jpg"><br />
</a><center><img decoding="async" class="alignnone wp-image-221" src="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Obermuehle-300x193.jpg" alt="" width="599" height="386"></center></div>
<p>Geht man von ihrer urkundlichen Erwähnung aus, so war die Obermühle die erste Semder Mühle. Wegen ihrem zeitweiligen Besitzer Tempel, auch für kurze Zeit „Tempelsmühle“ genannt und in verschiedenen Karten aus der entsprechenden Zeit so bezeichnet. Sie lag direkt am Ortsrand Richtung Habitzheim.</p>
<p>Bereits im Jahr 1434 heißt es in einer Urkunde:</p>
<p><i>„Volprecht Ryteszel (Riedesel) und Anna, seine Hausfrau, bekunden, dass sie dem Ritter Heynriche Graszlocke und Elsen, seiner Hausfrau verkaufen: … zu Semd (Sembde) von der Mühle 3 Schilling Heller und 1 Kapaun. (1)“</i></p>
<p>Nach dem 30-jährigen Krieg war für lange Zeit die Familie Brenner im Besitz der Obermühle. (2)</p>
<p>Im Jahr 1854 wird dann erstmals die Familie Tempel auf der Obermühle genannt. (3) Heinrich Tempel erhielt sie, nach Recherchen von Pfarrer Walther aus Altheim, als Erbe von seinem Vater Valentin.</p>
<p>Danach sind irgendwann die Besitzverhältnisse an die Familie Ohl übergegangen. Nikolaus Ohl erhielt im Jahr 1923 einen Baubescheid für eine neue Scheune.</p>
<h3 class="subheader">Forstmühle</h3>
<div style="height: 100%;"><a class="fancybox" title="" href="forstmuehle.jpg"><br />
</a><center><img decoding="async" class="alignnone wp-image-219" src="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Forstmuehle-300x207.jpg" alt="" width="600" height="415"></center></div>
<p>Die zweitälteste Mühle in Semd ist die Forstmühle. Zwar nahe an Altheim liegend, aber schon immer zur Semder Gemarkung gehörend. Erst als Nikolaus Sauerwein im Jahr 1928 ein Gesuch um Eingemeindung in die Gemarkung Altheim stellte, änderte sich dies.</p>
<p>Schon im Jahr 1495 wird ein Hans Zachysen als Müller „uff einer Moll am Forst“ genannt. (6)</p>
<p>Im 30-jährigen Krieg ist, wie so vieles, auch die Forstmühle verfallen. Im Jahr 1686 wurde sie von Peter Tempel, er stammte aus Waschenbach, wieder neu aufgebaut. (5)</p>
<p>Adam Tempel führte mit seiner Ehefrau als letzter Forstmüller die Mühle. Beim Tod der Beiden im Jahr 1905 bzw. 1906 waren deren Kinder noch minderjährig und der Familienbesitz wurde versteigert. Die Mühle ging daraufhin im Jahr 1907 in das Eigentum von Nikolaus Sauerwein aus Schaafheim über. (6) Über 220 Jahre war die Forstmühle im Familienbesitz der Tempels.</p>
<h3 class="subheader">Untermühle</h3>
<div style="height: 100%;"><a class="fancybox" title="" href="untermuehle_strich.jpg"><br />
</a><center><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-216" src="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Untermuehle_Strich-300x170.jpg" alt="" width="600" height="340"></center></div>
<p>Die Untermühle ist die jüngste der drei Semder Mühlen. Nichtsdestotrotz hat sie eine sehr lebhafte Vergangenheit hinter sich.</p>
<p>Nach intensiven und langen Recherchen kann nun von der Erbauung bis heute die Geschichte der Mühle fast vollständig beschrieben werden.</p>
<h1 id="header">Die Geschichte der Untermühle</h1>
<h3 class="subheader">&nbsp;</h3>
<p>Urkundlich taucht die Untermühle erstmals 1687 auf. Johannes Haas aus Richen bat bei den Behörden um Erlaubnis, eine „Mühle oberhalb von Semd“ zu bauen. Da nicht die Rede von einem Wiederaufbau ist, muss es sich wohl um den „Erstbau“ der Untermühle handeln. (7)</p>
<div style="float: left; padding-right: 35px;"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-215" src="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Untermuehle-Semme-300x300.jpg" alt="" width="400" height="400"></div>
<div id="content">
<p>Die Untermühle auf einer Karte des Großherzogtums Hessen (1823-1850)</p>
<p><u><span style="color: blue;">blaue Linie</span></u><br />
heutiger Verlauf der Semme</p>
<p><u><span style="color: red;">rote Linie</span></u><br />
Verlauf der Semme 1823<br />
Die Semme floss seinerzeit durch das Mühlengebäude.</p>
<p><br class="clear"><br />
Im Jahr 1713 kam es zu Streitigkeiten zwischen dem Untermüller Haas und dem Obermüller Johann Michael Brenner wegen Erhöhung dessen Wehres und der damit verbunden Veränderung des Bachwassers. (8)</p>
<div style="float: right; hight: 400px; padding-left: 35px;"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-217" src="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Untermuehle-Zustand-1a-300x230.jpg" alt="" width="522" height="400"></div>
<p>Noch nicht einmal 80 Jahre nach dem Bau der Untermühle wurde bereits 1764 eine Unter­suchung vom Oberamt Umstadt eingeleitet, die den „üblen Zustand der Haasichen Erb-bestands Mühle zu Semd (Untermühle)“ klären sollte. (9)</p>
<p>Zu dieser Zeit muss schon der Sohn Balthasar Müller auf der Untermühle gewesen sein.</p>
<p>Im Jahr 1783 leitete die „Kurpfälzische Gefällverweserei wegen rückständiger Pacht“ ein Verfahren gegen den damaligen Untermüller Balthasar Haas ein. Es stand offensichtlich in dieser Zeit wirtschaftlich mit der Mühle wirklich nicht zum Besten. (10)</p>
<p>Ein Johannes Güldner kaufte 1788 die Untermühle und zog hierher. (11)</p>
<p>Johannes Güldner, ★ 05.10.1753 in Schlierbach, war Zimmermann und heiratete im Jahr 1773 eine Anna Katharina Schmidt, ★ 01.08.1750, aus Schaafheim. (6) Er versuchte wohl die Mühle wieder auf Vordermann zu bringen. 1798 tauchen die Güldners erstmals urkundlich als Besitzer der Untermühle auf. Ein Eintrag in der damaligen Semder Bürgermeister-Rechnung (Art Haushaltsbuch) lautet:</p>
<p><center><i>„Johannes Güldner aus dem Gärtgen an seiner Mühl“</i></center>d.h. er hat Abgaben für seinen Garten an seiner Mühle an die Gemeinde gezahlt.</p>
<div style="float: right; hight: 300px; padding-left: 35px;"><a class="fancybox" title="Johannes Bückler, genannt der Schinderhannes"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-231" src="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Schinderhannes.png" alt="" width="212" height="300"></a></div>
<p>Johannes Güldner hatte sich aber neben dem Müllerhandwerk anscheinend auch auf „zwielichtige Geschäfte“ eingelassen.</p>
<p>Der berüchtigte Räuber Schinderhannes sagte damals in seinem Verhör in Mainz aus, dass er sich 1802 mehrmals bei dem Müller „Gildner“ in Semd aufgehalten und dort „Geschäfte“ getätigt habe. Die aus Diebstählen links-rheinisch erbeuteten Pferde habe er „auf der Mühl zu Semm“ mit Wissen des Müllers an einen Heinrich Rapp aus Habitzheim verkauft. Beide, der Müller (Gildner) und Rapp, hätten auch gewusst, dass die Pferde gestohlen waren und „der Müller selbst hätte den Rapp rufen lassen“.</p>
<p>Auch die Kumpanen des Schinderhannes gaben bei ihrem Verhör an, dass von ihm die „Mühl zu Semm“ als „Sammelplatz“ nach linksrheinischen Pferdediebstählen angegeben wurde.</p>
<p>Im Jahr 1808 erscheint der Sohn Philipp, ★ 1781, von Johannes Güldner als Müller auf der Untermühle. Philipp war verheiratet mit Anna Maria Mauss, ★ 1780, aus Semd. (12)<br />
Er ersteigerte ein Waldstück „An den drei Brücken“. (13)</p>
<div style="float: left; hight: 400px; padding-right: 35px;"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-404" src="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Wasserrechte-Gueldner-Brenner-a-300x300.jpg" alt="" width="400" height="400" srcset="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Wasserrechte-Gueldner-Brenner-a-300x300.jpg 300w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Wasserrechte-Gueldner-Brenner-a-150x150.jpg 150w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Wasserrechte-Gueldner-Brenner-a-768x768.jpg 768w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Wasserrechte-Gueldner-Brenner-a-80x80.jpg 80w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Wasserrechte-Gueldner-Brenner-a-320x320.jpg 320w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Wasserrechte-Gueldner-Brenner-a-720x720.jpg 720w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Wasserrechte-Gueldner-Brenner-a-520x520.jpg 520w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Wasserrechte-Gueldner-Brenner-a.jpg 960w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></div>
<p>1809 gab es wieder einmal, wie schon fast 100 Jahre vorher, Streit mit dem Obermüller wegen der Wasserrechte zu Semd. Diesmal zwischen Philipp Güldner als Untermüller und Konrad Brenner, der inzwischen Müller auf der Obermühle war. (14)</p>
<p>Am 05.12.1818 ist der alte Untermüller Johannes Güldner in Semd verstorben. Seine Ehefrau verstarb bereits 1811. (12)<br />
<br class="clear"></p>
<div style="float: right; hight: 300px; padding-left: 35px;"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-397" src="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Untermuehle-1820-300x230.jpg" alt="" width="391" height="300" srcset="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Untermuehle-1820-300x230.jpg 300w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Untermuehle-1820-1024x786.jpg 1024w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Untermuehle-1820-768x590.jpg 768w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Untermuehle-1820-720x553.jpg 720w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Untermuehle-1820-520x399.jpg 520w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Untermuehle-1820-320x246.jpg 320w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Untermuehle-1820.jpg 1168w" sizes="auto, (max-width: 391px) 100vw, 391px" /></div>
<p>Sein Sohn Philipp versteigerte 1820 die Untermühle.</p>
<p>Nachdem die Mühle versteigert war, wanderten die Güldners mit dem Ziel Essek (das heutige Osijek in Kroatien), das damals noch zum Königreich Ungarn gehörte, aus. (15)</p>
<p>Im Banat versuchten sie ihr Glück und setzten dort ihre Tätigkeit als Müller fort.</p>
<p>Phillipp Güldner verstarb am 06. 12.1849 in Mramorak. Seine Ehefrau Anna Maria am 02. 01.1854, ebenfalls in Mramorak. (12)<br />
Heute lebt noch ein Nachkomme in Villach, Kärnten/Österreich.</p>
<p>Im Rahmen dieser Versteigerung hat Johann Nikolaus Dieter die Untermühle erworben. Johann Nikolaus Dieter, ★ 14.05.1797 in Reinheim, heiratete im Jahr 1821 eine Anna Margarethe Schneider in Semd. (16)<br />
1825 wird Nikolaus Dieter erstmals urkundlich als Müller zu Semd genannt. (17)</p>
<p>Zu einem schweren Brandschaden auf der Untermühle kam es noch im gleichen Jahr in der Nacht vom 23. auf 24. Juni 1825. (18)</p>
<div style="height: 100%;"><a class="fancybox" title="Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt 1829" href="regierungsblatt.jpg"><br />
</a><center><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-391" src="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Grossherzoglich_hessisches_Regierungsblatt_1829-2-a-300x300.jpg" alt="" width="600" height="601" srcset="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Grossherzoglich_hessisches_Regierungsblatt_1829-2-a-300x300.jpg 300w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Grossherzoglich_hessisches_Regierungsblatt_1829-2-a-1022x1024.jpg 1022w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Grossherzoglich_hessisches_Regierungsblatt_1829-2-a-150x150.jpg 150w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Grossherzoglich_hessisches_Regierungsblatt_1829-2-a-768x770.jpg 768w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Grossherzoglich_hessisches_Regierungsblatt_1829-2-a-1533x1536.jpg 1533w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Grossherzoglich_hessisches_Regierungsblatt_1829-2-a-80x80.jpg 80w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Grossherzoglich_hessisches_Regierungsblatt_1829-2-a-320x321.jpg 320w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Grossherzoglich_hessisches_Regierungsblatt_1829-2-a-720x722.jpg 720w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Grossherzoglich_hessisches_Regierungsblatt_1829-2-a-520x521.jpg 520w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Grossherzoglich_hessisches_Regierungsblatt_1829-2-a.jpg 1872w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></center></div>
<p>Danach wurde die Untermühle neu gebaut. (19)</p>
<div style="height: 100%;"><a class="fancybox" title="Topographische Beschreibung des Großherzogthums Hessen" href="topo-neubau.jpg"><br />
</a><center><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-441" src="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/topo-neubau-300x248.jpg" alt="" width="600" height="497" srcset="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/topo-neubau-300x248.jpg 300w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/topo-neubau-768x636.jpg 768w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/topo-neubau-720x596.jpg 720w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/topo-neubau-520x430.jpg 520w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/topo-neubau-320x265.jpg 320w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/topo-neubau.jpg 900w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></center></div>
<p>Am 31.03.1828 wurde der Untermüller Nikolaus Dieter vom Hofgericht Darmstadt wegen Verwundung, Zeugenbestechung, Betrugs und Verleumdung zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Die Strafe wurde später auf ein Jahr ermäßigt. (20)</p>
<p>Ob diese Straftat in Zusammenhang mit dem drei Jahre zuvor entstanden Großbrand auf Untermühle stand, müsste noch recherchiert werden.</p>
<p>Im Jahr 1842 kam es zwischen Nikolaus Dieter und der Gemeinde Semd zu Streitigkeit wegen eines Viehtrieb über einen Weg des Dieter und der dabei entstandenen Beschädigung des Mühlengrabendamms. (21)</p>
<p>Aus der Ehe von Nikolaus Dieter und Anna Margarethe, geb. Schneider, ging als einziges Kind die Tochter Anna Katharina, ★ 27.08.1827, hervor. Diese heiratete am 06.07.1851 den Johann Georg Lämmermann, ★ 11.08.1828 in Semd. (16)<br />
So kam dann der Name Lämmermann auf die Untermühle.</p>
<p>Johann Nikolaus Dieter verstarb am 25.02.1875 in Semd. (16)</p>
<p>1915 wird Georg Lämmermann, Sohn des Johann Georg Lämmermann, als Mühlenbesitzer genannt.</p>
<div style="height: 100%;"><a class="fancybox" title="Postkarte von 1915" href="postkarte1915.jpg"><br />
</a><center><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-444" src="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/postkarte1915-1-300x125.jpg" alt="" width="599" height="249" srcset="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/postkarte1915-1-300x125.jpg 300w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/postkarte1915-1-768x319.jpg 768w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/postkarte1915-1-720x299.jpg 720w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/postkarte1915-1-520x216.jpg 520w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/postkarte1915-1-320x133.jpg 320w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/postkarte1915-1.jpg 900w" sizes="auto, (max-width: 599px) 100vw, 599px" /></center></div>
<p style="text-align: center; margin-left: 100px; margin-right: 100px;"><i>Die Untermühle auf einer Postkarte von 1915. Vorne neben dem Hund, mit dem Kind auf dem Schoß ist Georg Lämmermann (Urgroßvater von Isolde, verh. Storck und Heinrich Lämmermann) zu sehen.</i></p>
<p>Nach Georg Lämmermann übernahm der Sohn Adam (★ 1886 – <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/271d.png" alt="✝" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> 1949) die Untermühle.</p>
<p>Adam Lämmermann etablierte dann eine Gastwirtschaft in der Untermühle. Eine Wirtschaftskonzession erhielt er im Jahr 1925. Zwei Jahre später, 1927, wurde für das vergrößerte Gastzimmer und den neu erbauten Saal eine Konzession erteilt. Der Wirtschaftsbetrieb in der Untermühle war von 1925 (siehe auch die erste Konzessionserteilung) bis ins Jahr 1952.</p>
<p>Heimatforscher Adam Storck 4. schreibt in „Semd und seine Umgebung“ in der Festschrift anlässlich des Gau-Schützenfestes der Schützengesellschaft Semd von 1927:</p>
<p><i>„Dem Dorfe wieder zugewandt sieht man ein einzelnes Gehöft, die Untermühle. Das Getriebe der Räder und das Geklapper der Mühle ist verstummt und ist dagegen dem Wandersmann hier Gelegenheit geboten sich bei Speise und Trank frisch zu stärken. Die Wirtin versteht es vortrefflich Schinken und Eier zu kredenzen.</i></p>
<p><i>Neue Aufbauten nebenan geben das Vorhandensein des neuen Schießstandes der Schützengesellschaft Semd bekannt.“</i></p>
<div style="float: right; hight: 300px; padding-left: 35px;"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-399" src="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Untermuehle_1930-300x180.jpg" alt="" width="499" height="300" srcset="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Untermuehle_1930-300x180.jpg 300w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Untermuehle_1930-1024x615.jpg 1024w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Untermuehle_1930-768x462.jpg 768w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Untermuehle_1930-720x433.jpg 720w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Untermuehle_1930-520x313.jpg 520w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Untermuehle_1930-320x192.jpg 320w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Untermuehle_1930.jpg 1321w" sizes="auto, (max-width: 499px) 100vw, 499px" /></div>
<p><i>Die Untermühle um 1930.<br />
Die im Bild rechts zu sehende Scheune wurde 1957 abgerissen und durch die heute noch stehende Scheune ersetzt.</i></p>
<p>1924 wurde bei der Untermühle ein Schießstand von dem neu gegründeten Semder Schützenverein errichtet und 1927 wurde die Schützenhalle gebaut.</p>
<p>Hierzu zwei Auszüge aus dem Festbuch zum Gau-Schützenfest 1927:</p>
<div style="height: 100%;"><a class="fancybox" title="Auszug aus dem Festbuch zum Gauschützenfest 1927" href="fb1927-1.jpg"><br />
</a><center><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-442" src="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/fb1927-1-1-300x46.jpg" alt="" width="600" height="92" srcset="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/fb1927-1-1-300x46.jpg 300w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/fb1927-1-1-768x118.jpg 768w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/fb1927-1-1-720x110.jpg 720w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/fb1927-1-1-520x80.jpg 520w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/fb1927-1-1-320x49.jpg 320w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/fb1927-1-1.jpg 900w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></center></div>
<div style="height: 100%;"><a class="fancybox" title="Auszug aus dem Festbuch zum Gauschützenfest 1927" href="fb1927-2.jpg"><br />
</a><center><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-443" src="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/fb1927-2-1-300x57.jpg" alt="" width="602" height="115" srcset="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/fb1927-2-1-300x57.jpg 300w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/fb1927-2-1-768x147.jpg 768w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/fb1927-2-1-720x138.jpg 720w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/fb1927-2-1-520x99.jpg 520w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/fb1927-2-1-320x61.jpg 320w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/fb1927-2-1.jpg 900w" sizes="auto, (max-width: 602px) 100vw, 602px" /></center></div>
<div style="float: left; hight: 300px; padding-right: 35px;"><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-393" src="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Schiessstand-300x210.jpg" alt="" width="429" height="300" srcset="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Schiessstand-300x210.jpg 300w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Schiessstand-1024x715.jpg 1024w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Schiessstand-768x537.jpg 768w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Schiessstand-720x503.jpg 720w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Schiessstand-520x363.jpg 520w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Schiessstand-320x224.jpg 320w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Schiessstand.jpg 1321w" sizes="auto, (max-width: 429px) 100vw, 429px" /></div>
<p><i><br />
Semder Schützen am Schießstand an der Untermühle um 1938.<br />
<u>vorne knieend:</u> Georg Müller 30. (Heggjirsch), Adolf Ohl (Sattlersch Adolf), Konrad Grötsch (Bayrischs Kunroad)<br />
<u>hinten stehend:</u> Willi Georg (Spießmoanns Willi), Heinrich Linß (Lense Heuner), Alfred Poth (Pouds Alfred), Hans Hassler (Hasslersch Hoans), Fritz Mohrhard (Metzjersch Fritz), Adam Mattheß 4. (Burd), Michael Georg (Bedde Mischel)</i></p>
<p><br class="clear"><br />
In den 1930er Jahren verkaufte Adam Lämmermann das Wasserrecht.</p>
<p>Im Jahr 1936 stellte der Müller Adam Lämmermann V. aber bei den Behörden wieder ein „Gesuch um Erlaubnis zum Betrieb einer Schrotmühle“.(22) Die Mühle ging dann mit dem alten Mahlwerk, nun allerdings von einem Elektromotor angetrieben, als Schrotmühle bis in die 60er Jahre wieder in Betrieb.</p>
<p>Nach Adam Lämmermann V. war dessen Sohn Heinrich (★ 1919 – <img src="https://s.w.org/images/core/emoji/17.0.2/72x72/271d.png" alt="✝" class="wp-smiley" style="height: 1em; max-height: 1em;" /> 1991) Müller auf der Untermühle.</p>
<p>Heute ist Heinrich Lämmermann jun. (★ 1950 –) Besitzer der Untermühle.</p>
<div style="height: 100%;"><a class="fancybox" title="Die Untermühle heute" href="untermuehle-heute.jpg"><br />
</a><center><img loading="lazy" decoding="async" class="alignnone wp-image-400" src="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Untermuehle-heute-300x180.jpg" alt="" width="600" height="360" srcset="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Untermuehle-heute-300x180.jpg 300w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Untermuehle-heute-1024x615.jpg 1024w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Untermuehle-heute-768x461.jpg 768w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Untermuehle-heute-1536x922.jpg 1536w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Untermuehle-heute-720x432.jpg 720w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Untermuehle-heute-520x312.jpg 520w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Untermuehle-heute-320x192.jpg 320w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/Untermuehle-heute.jpg 1607w" sizes="auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px" /></center></div>
<p><center><i>Die Untermühle heute</i></center><br class="clear"><br />
<u>Quellennachweis:</u><br />
(1) HStAD Best. B 17 Nr. 24<br />
(2) HStAD Best. E 9 Nr. 530 4<br />
(3) HStAD Best. G 15 Dieburg Nr. Y 680<br />
(4) HStAD Best. G 15 Dieburg Nr. N 1737<br />
(5) HStAD Best. E 10 Nr. 1743<br />
(6) Walter, Helmut , Pfarrer von 1963 bis 1977 in Altheim,„Geschichte der Forst- oder Tempel-Mühle zu Spitz-Altheim nebst Stammbaum der Familie Tempel“, in: „Die Kirchen von Altheim und Harpertshausen (…)“<br />
(7) HStAD Best. E 10 Nr. 1761<br />
(8) HStAD Best. E 10 Nr. 2379<br />
(9) HStAD Best. E 10 Nr. 2378<br />
(10) HStAD Best. E 10 Nr. 1776<br />
(11) https://www.gedbas.de/person/show/1450351466<br />
(12) Stammbaum der Familie Güldner; Güldner, Norbert; Villach/Österreich<br />
(13) HStAD Best. E 14 E Nr. 290/12<br />
(14) HStAD Best. E 10 Nr. 2377<br />
(15) HStAD Best. R 21 B Nr. Nachweis<br />
(16) Stammbaum der Familie Dieter; Dieter, Margarete und Manfred, Lützelforstmühle<br />
(17) HStAD Best. G 15 Dieburg Nr. Y 682<br />
(18) https://books.google.com.cu/books?id=Bv9FAAAAcAAJ&amp;printsec=frontcover#v=onepage&amp;q&amp;f=false<br />
(19) Stat.-trop.-hist. Beschreibung Grhz. Hessen<br />
(20) HStAD Best. R 21 D 5 Nr. Nachweis<br />
(21) HStAD Best. G 23 D Nr. 2822<br />
(22) HStAD Best. G 15 Dieburg Nr. V 766</p>
<p><b>Karlheinz Müller</b></p>
</div>
<p><span id="more-547"></span></p><p>The post <a href="https://www.die-semmer.de/2025/04/22/die-geschichte-der-untermuehle-zu-semd/">Die Geschichte der Untermühle zu Semd</a> first appeared on <a href="https://www.die-semmer.de">Semmer-Seite</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ein keltisches Fürstengrab im Semder Wald?</title>
		<link>https://www.die-semmer.de/2025/04/09/ein-keltisches-fuerstengrab-im-semder-wald/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Karlheinz Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 08 Apr 2025 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Heimatverein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.die-semmer.de/?p=3733</guid>

					<description><![CDATA[<p>Die Kelten &#160; Die Bestimmung der allgemein als keltisch geltenden Kulturen wird durch das fast vollständige Fehlen von Schriftzeugnissen aus der Zeit vor Übernahme der lateinischen Sprache und römischen Zivilisation ihrer Siedlungsgebiete erheblich erschwert.&#46;&#46;&#46;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<div id="content">
<h3>Die Kelten</h3>
<div style="float: right; hight: 700px; padding-left: 35px;"><a class="fancybox" title="Abb.1: Der Kelenfürst vom Glauberg" href="keltenfuerst.png">&nbsp;</a></div>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="wp-image-3741 alignright" src="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/keltenfuerst-88x300.png" alt="" width="205" height="700" srcset="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/keltenfuerst-88x300.png 88w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/keltenfuerst-300x1024.png 300w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/keltenfuerst-320x1092.png 320w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/keltenfuerst.png 423w" sizes="auto, (max-width: 205px) 100vw, 205px" />Die Bestimmung der allgemein als keltisch geltenden Kulturen wird durch das fast vollständige Fehlen von Schriftzeugnissen aus der Zeit vor Übernahme der lateinischen Sprache und römischen Zivilisation ihrer Siedlungsgebiete erheblich erschwert. (1)</p>
<p>Die Kelten vermieden es vermutlich bewusst, gesellschaftliche, religiöse oder traditionelle Gepflogenheiten schriftlich und zudem auf dauerhaftem Material festzuhalten. Die mündliche Weitergabe von Inhalten scheint einen hohen Stellenwert gehabt zu haben. Die hohe Fertigkeit der Kelten, Kultur und Werte mündlich zu überliefern, sowie die latente Schriftfeindlichkeit der Kelten sind durch mehrere antike Autoren, darunter auch Caesar, belegt. (1)</p>
<p>So erschließen sich Kenntnisse über die frühen keltischen Kulturen hauptsächlich über archäologische Funde und einzelne allgemein gehaltene Berichte griechischer und römischer Chronisten. (1)</p>
<p>Als gesichert kann dagegen gelten, dass die Kelten nie ein geschlossenes Volk bildeten, allenfalls kann von zahlreichen unterschiedlichen ethnischen Gruppen mit ähnlicher Kultur gesprochen werden. (1)</p>
<p>Archäologisch reichte die weiteste Ausbreitung der materiellen keltischen Kultur von Südostengland, Nordspanien und Frankreich im Westen bis nach Westungarn, Slowenien und Nordkroatien im Osten; von Oberitalien im Süden bis zum nördlichen Rand der deutschen Mittelgebirge. (1)</p>
<p>Zahlreiche archäologische Funde in Mitteleuropa vermitteln ein lebendiges Bild der Kultur der antiken Kelten. Die älteren Informationen über die Kultur und Handelsbeziehungen der Kelten stammen aus den überaus reich ausgestatteten Hügelgräbern der späten Hallstatt- und frühen Latènezeit. Daneben sind zahlreiche weitere Funde aus weniger reich ausgestatteten Hügel- oder Flachgräberfeldern und kleineren Siedlungen bekannt. (1)</p>
<h3>Spuren der Kelten in Semd und seiner Gemarkung</h3>
<p><center><b>Vorgeschichtlicher Fund in Semd</b></center><br />
Bei Bauarbeiten im Neubaugebiet von Semd stieß Willi Seibert, der in der Hügelstraße in Semd mit dem Ausheben der Fundamentgräben beschäftigt war, in 1,50 Meter Tiefe auf ein Grab aus der jüngeren Eisenzeit, der Latène-Zeit. Über die Landespolizeistation Dieburg wurde der damalige Museumsleiter des Museum Schloss Fechenbach, Walter Boss verständigt. Er legte das Grab und das Skelett frei und barg Schmuckstücke. (2)</p>
<div style="height: 100%;"><a class="fancybox" title="Abb. 2: Zwei offene Bronzearmringe mit verzierten Stempelenden" href="armreife.jpg"><br />
</a><center><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-3736" src="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/armreife-300x145.jpg" alt="" width="601" height="291" srcset="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/armreife-300x145.jpg 300w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/armreife-720x349.jpg 720w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/armreife-520x252.jpg 520w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/armreife-320x155.jpg 320w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/armreife.jpg 727w" sizes="auto, (max-width: 601px) 100vw, 601px" /></center></div>
<p><i><u>Beschriftung:</u><br />
Semd, im September 1967 beim Ausschachten eines Fundamentgrabens entdeckt<br />
Die Grabgrube hatte eine Größe von 2 m x 0,7 m und war von einer ovalen Steinsetzung eingefasst. Auf der Grubensohle lagen Platten aus Glimmerschiefer. Die Tote lag mit dem Kopf nach Osten und der Grabgrube. Ihr rechter Unterarmknochen mit einem Bronzearmring lag auf einem Quarzitstein in der Höhe des rechten Schienbeines. Der zweite Armring am linken Unterarmknochen lag vor dem Unterkiefer auf der Brust.</i></p>
<p>Wie Walter Boss seinerzeit mitteilte, handelte es sich bei dem Fund um ein keltisches Grab aus der Zeit zwischen 500 und 200 vor Christus. Das Skelett stammt von einer etwa 1,60 Meter großen Frau, die mit dem Kopf nach Osten bestattet worden war. Neben dem Kopf der Frau fand man einen kleinen Mahlstein als Grabbeigabe. Eingefasst war das Grab mit Steinen, wie sie in Semd nicht vorkommen. Es handelt sich dabei einmal um eine Granitart, zum anderen um Gneis, wie man ihn bei Böllstein findet. Die Steine wurden wahrscheinlich von den Kelten für die Bestattungszwecke in die Semder Senke transportiert. Als besonders wertvoll bezeichnete der Museumsleiter die beiden Armreifen, die bei dem Skelett gefunden wurden. Es handelt sich um Bronzereifen mit verzierten Stempelenden, was auf den keltischen Ursprung hinweist und eine zeitliche Einordnung in die erste Hälfte der jüngeren Eisenzeit ermöglicht. Man nimmt an, dass in der Nähe der Fundstätte noch mehr Gräber im Boden liegen, was wiederum darauf schließen lassen würde, dass hier vor unserer Zeitrechnung eine keltische Siedlung existierte. (2)</p>
<p>Die beiden Armreife sind noch heute im Museum Schloss Fechenbach ausgestellt.</p>
<p><center><b>Namenserklärung „Taubensemd“</b></center><br />
Auch der Name für die „Taubensemd“ wird auf keltischen Ursprung zurückgeführt.<br />
<i><u>Überlieferung:</u> 1365 Tauben Semme, 1391 dauben semde<br />
„dauben“ kommt von dem keltischen „dubos“, was dunkel bzw. schwarz bedeutet, oder umgedeutet auf das Beiwort taub „leer“. (3)</i></p>
<h3>Die Hügelgräber am „Semder Weg“</h3>
<p>Hügelgräber oder Grabhügel sind runde oder rundliche Erdaufschüttungen unter denen sich Körperbestattungen, Urnengräber oder ausgestreuter Leichenbrand befindet. Die Hügel können niedrig (um 1 m) oder hoch (2 bis ca. 13 m) und außen von kleinen Gräben oder Steinkreisen umgeben sein. Der Durchmesser der Aufschüttung kann von wenigen Metern bis zu mehr als 100 m reichen. Solche Grabhügel können weder zeitlich noch regional eingegrenzt werden. Es gibt sie in Europa regional beinahe durchgängig ab der Steinzeit über die Bronzezeit bis in die Eisenzeit und das Mittelalter.“ (4)<br />
Schon der alte Semder Heimatforscher Adam Storck 4. schrieb in einem Beitrag im Festbuch anlässlich des Gauschützenfestes 1927:<br />
<i></i></p>
<p><center>„Im nahen Forstwalde wurde durch Wurzel verwachsene Steinbeile und andere Gebrauchsgegenstände der alten und neuen Steinzeit zum wiederholten Male gefunden. Ebendaselbst finden wir Erdhügel, die die charakteristischen Eigenschaften der Germanischen Gräber zeigen.“ (5)</center><br />
(Anm.: Wobei hier „germanisch“ durch „keltisch“ zu ersetzen wäre.)</p>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-3739" src="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/huegelgrab-300x169.jpg" alt="" width="400" height="225" srcset="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/huegelgrab-300x169.jpg 300w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/huegelgrab-768x432.jpg 768w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/huegelgrab-720x405.jpg 720w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/huegelgrab-520x292.jpg 520w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/huegelgrab-320x180.jpg 320w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/huegelgrab.jpg 900w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" />Gut sichtbar ist das Hügelgrab, das unweit „der Maria“ durch den „Semder Weg“ Richtung Mittelforsthof zerschnitten wird.</p>
<div style="height: 100%;">
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-3737" src="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/aufbau-300x67.jpg" alt="" width="599" height="134" srcset="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/aufbau-300x67.jpg 300w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/aufbau-1024x229.jpg 1024w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/aufbau-768x172.jpg 768w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/aufbau-720x161.jpg 720w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/aufbau-520x116.jpg 520w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/aufbau-320x72.jpg 320w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/aufbau.jpg 1166w" sizes="auto, (max-width: 599px) 100vw, 599px" /></p>
<p><center>Querschnitt eines Hügelgrabes</center></div>
<div style="float: right; hight: 100%; padding-left: 35px;"><a class="fancybox" title="Abb. 5: Die in die topographische Karte eingefügte Schummerungskarte vermittelt durch unterschiedlich starke Schattierungen einen räumlichen Eindruck der Landschaftsform." href="huegelgraeber.jpg"><br />
<img loading="lazy" decoding="async" class="alignright wp-image-3740" src="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/huegelgraeber-191x300.jpg" alt="" width="400" height="629" srcset="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/huegelgraeber-191x300.jpg 191w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/huegelgraeber-651x1024.jpg 651w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/huegelgraeber-768x1207.jpg 768w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/huegelgraeber-977x1536.jpg 977w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/huegelgraeber-1303x2048.jpg 1303w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/huegelgraeber-720x1132.jpg 720w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/huegelgraeber-520x818.jpg 520w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/huegelgraeber-320x503.jpg 320w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/huegelgraeber-scaled.jpg 1628w" sizes="auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px" /></a></div>
<p>Bei der nebenstehenden Abbildung (Abb.5) wurde über eine topographische Karte des Mittelforstes in der Semder Gemarkung für den Bereich des „Semder Weges“ eine „Schummerungs-Ansicht“ gelegt.</p>
<p>Eine „Schummerung“ ist eine Flächen-tönung, mit der in der Kartografie ein räumlicher Eindruck der relativen Höhenunterschiede des Geländes erzeugt wird. Die Schattierungen entstehen meist durch die Beleuchtung mit einer imaginären Lichtquelle. (6)</p>
<p>In dieser Ansicht wird die bisherige Annahme von rund 30 Hügelgräbern entlang des „Semder Weges“ nicht nur bestätigt, sondern nachgewiesen, dass es sich um mindestens 50 solcher Hügelgräber handelt.</p>
<p>Karl-Heinz Gertloff, Egelsbach, befasst sich seit einigen Jahren mit der Detektion und Visualisierung (Schummerung) bisher unbekannter archäologischer und kulturhistorischer Spuren im Geländerelief mit Hilfe eines sog. Digitalen Geländemodells (DGM).</p>
<p>Auch er ist bei seinen Untersuchungen auf die zahlreichen Hügelgräber am „Semder Weg“ gestoßen und vermutet, dass „es sich hier offensichtlich um eine bedeutende keltische Nekropole handelte“. (7)<br />
<i><u>Anm.:</u> Mit dem Begriff Nekropole wird in der Archäologie zumeist jeder größere abseits einer antiken bzw. prähistorischen Stadt oder Siedlung gelegene Bestattungsplatz bezeichnet. (8)</i></p>
<p>Gertloff sind bei den Hügelgräbern auch zwei stark verschliffene ehemalige Großgrabhügel (siehe Kreis-Markierung auf vorheriger Karte) mit ca. 50 m und ca. 65 m Durchmesser aufgefallen. Im Vergleich mit den ehemaligen Großgrabhügeln Glauberg, Heuneburg, Hochdorf und Hohmichele vermutet er demnach, dass es sich bei beiden Großgrabhügeln am „Semder Weg“ ebenfalls um Großgrabhügel mit keltischem Fürstengrab handelt. (7)</p>
<h3>Das vermutliche Fürstengrab</h3>
<p>„Fürstengrab“ ist ein veralteter archäologischer Begriff, der zumeist einen durch besonders prunkvolle Ausstattung an Grabbeigaben und eine aufwendige Grabanlage hervorgehobenen Bestattungsplatz beschreibt. Verwendung findet die Bezeichnung üblicherweise in Bezug auf keltische Grabstätten. (9)</p>
<p>Zur realen sozialen Stellung der damals Bestatteten – das heißt, ob es sich um „Fürsten“, „Häuptlinge“, „Handelsherren“, „Priester“ handelte – kann heute keine Aussage mehr getroffen werden, jedoch ist durch die herausstechende Bestattungsform eine Hierarchisierung der Gesellschaft deutlich erkennbar. (9)</p>
<div style="float: right; hight: 100%;"><a class="fancybox" title="Abb. 6: Visualisierung des vermutlichen Fürstengrabes im Gelände" href="fuerstengrab.jpg">&nbsp;</a></div>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-3738" src="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/fuerstengrab-300x139.jpg" alt="" width="601" height="279" srcset="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/fuerstengrab-300x139.jpg 300w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/fuerstengrab-768x357.jpg 768w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/fuerstengrab-720x334.jpg 720w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/fuerstengrab-520x242.jpg 520w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/fuerstengrab-320x149.jpg 320w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/fuerstengrab.jpg 900w" sizes="auto, (max-width: 601px) 100vw, 601px" /></p>
<p><center>In Abb.6 zeigt die weiße gewölbte Linie die heute noch vorhandene Erhebung im Wald, die transparente gelbe Zeichnung, die vermutliche Dimension des damaligen original Grabhügeld.</center></p>
<div style="float: right; hight: 100%;"><a class="fancybox" title="Abb. 7: Lage des vermutlichen Fürstengrabes im Mittelforst am „Semder Weg“." href="lageplan.jpg">&nbsp;</a></div>
<p><img loading="lazy" decoding="async" class="aligncenter wp-image-3742" src="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/lageplan-300x162.jpg" alt="" width="601" height="325" srcset="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/lageplan-300x162.jpg 300w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/lageplan-768x416.jpg 768w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/lageplan-720x390.jpg 720w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/lageplan-520x281.jpg 520w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/lageplan-320x173.jpg 320w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/lageplan.jpg 900w" sizes="auto, (max-width: 601px) 100vw, 601px" /></p>
<p><center>Abb. 7: Lage des vermutlichen Fürstengrabes im Mittelforst am „Semder Weg“<center></center></center><u>Quellennachweise:</u><br />
(1) http://de.wikipedia.org/wiki/Kelten<br />
(2) Darmstädter-Echo vom Dienstag, 19. September 1967 (eck)<br />
(3) Tischner, Heinrich: Siedlungsnamen zwischen Rhein, Main, Neckar und Itter (www.heinrich-tischner.de)<br />
(4) http://de.wikipedia.org/wiki/Hügelgrab<br />
(5) Storck 4., Adam: Semd und seine Umgebung, Festbuch Gauschützenfest 1927<br />
(6) https://de.wikipedia.org/wiki/Schummerung<br />
(7) Gertloff, Karl-Heinz, Egelsbach – Vortrag Gruberhof Groß-Umstadt, 19.11.2024<br />
(8) https://de.wikipedia.org/wiki/Nekropole<br />
(9) https://de.wikipedia.org/wiki/Fürstengrab</p>
<p>Abb. 1: https://vbv-hofheim.de/wp-content/uploads/2022/05/Keltenfuerst-vom-Glauberg.jpeg<br />
Abb. 2: Foto: Müller, Karlheinz, Semd (Ausstellung Museum Schloss Fechenbach)<br />
Abb. 3: Foto: Müller, Karlheinz, Semd<br />
Abb. 4: https://www.zeitreise-gilching.de/ortsgeschichte/bronzezeit/hugelgraber/<br />
Abb. 5: Fotomontage: Müller, Karlheinz, Semd<br />
Abb. 6: Gertloff, Karl-Heinz, Egelsbach – Vortrag Gruberhof Groß-Umstadt, 19.11.2024<br />
Abb. 7: Fotomontage: Müller, Karlheinz, Semd</p>
<p><b>Karlheinz Müller</b></p>
<p>&nbsp;</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Geschichte zum Erleben</title>
		<link>https://www.die-semmer.de/2025/04/01/geschichte-zum-erleben/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Karlheinz Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 31 Mar 2025 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Heimatverein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Neue Beschilderung gibt historischen Gebäuden ihren Wert wieder (Odenwälder Bote vom Di., 01. April 2025) (dor) Einheitlich gestaltete Info-Tafeln, angebracht an sozial- oder kulturhistorisch interessanten Gebäuden, gibt es immer häufiger in Groß-Umstadt mit seinen&#46;&#46;&#46;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h3 class="wp-block-heading">Neue Beschilderung gibt historischen Gebäuden ihren Wert wieder</h3>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">(Odenwälder Bote vom Di., 01. April 2025)</p>



<p>(dor) Einheitlich gestaltete Info-Tafeln, angebracht an sozial- oder kulturhistorisch interessanten Gebäuden, gibt es immer häufiger in Groß-Umstadt mit seinen Stadtteilen zu entdecken. Finanziert wurden die neuesten 40 Tafeln für das Projekt „Beschilderung von historischen Gebäuden“ mit Landesmitteln im Rahmen des Regionalbudgets 2024. Mit einer Zuwendung von insgesamt 6530 Euro wurden die Herstellung, grafische Umsetzung und Montage von 40 Beschilderungstafeln gefördert. Die neuen Tafeln befinden sich in der Kernstadt (7) sowie in den fünf Ortsteilen Heubach (6), Klein-Umstadt (4), Raibach (5), Semd (11) und Kleestadt (7).</p>



<p>Es sei ein geschichts- und identitätsbildendes Projekt, sagte für das Regionalmanagement Isabell Kerschke von der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Darmstadt-Dieburg bei der offiziellen Einweihung in Kleestadt. Und ohne den Einsatz vieler Menschen in den Stadtteilen gar nicht möglich gewesen. Allein das Ganze zusammenzutragen, Informationen zu beschaffen, Bilder zu besorgen, dazu gehöre einiges. „Erst durch das Engagement der Menschen hier in der Region entstehen solche tollen Projekte, darauf sind wir sehr stolz.“ „Diese Schilder laden dazu ein, inne zu halten, zu schauen und die Geschichte zu entdecken, die in unseren Mauern steckt“, sagte Kleestadts Ortsvorsteherin Marina Glorius, in deren Stadtteil sich zur Vorstellung der Schilder viele Gäste aus anderen Ortsteilen eingefunden hatten. Man könne diese in aller Ruhe erkunden und sich inspirieren lassen. So gibt es beispielsweise an einem Kleestädter Häuschen Informationen über die dort früher ansässige Milchsammelstelle. Beim Vorbeilaufen würde man nicht vermuten, dass dort einmal etwas Besonderes war. Die neue Tafel verleiht dem unscheinbaren Gebäude Bedeutung. Marina Glorius sieht darin „einen wertvollen Beitrag zur Förderung des kulturellen Erbes unserer Region“,</p>



<p>Jeder Ort hat besondere Ecken, die es zuerkunden gilt. Anhand vieler Informationen erfährt man, was und wie dort einst gelebt wurde. In Heubach zum Beispiel wird die Reformierte Kirche vorgestellt, wo auf der entsprechenden Tafel Bilder dazu einladen, hineinzugehen. Im Stadtteil Raibach lernt man unter anderem das „Backes“ kennen, mit Informationen zum Gebäude des früheren Backhauses. Oder etwa Semd, wo eine Tafel über das ehemalige Gasthaus Krone einen Eindruck davon vermittelt, wie Dorfleben früher gestaltet wurde. Und auch mal Amüsantes dazu, nämlich eine legendäre Schlägerei aus dem Jahr 1900 beschrieben wird. In der Kernstadt warten bei der einstigen Schneiderei Staab in der Frankenstraße Detailinformationen über den besonderen Giebel des Gebäudes. Das Schild an der in den Weinbergen gelegenen Wendelinuskapelle in Klein-Umstadt weist auf deren ursprüngliches Aussehen hin.</p>



<p>Vielfältig sind die 40 Tafeln, vom äußeren Erscheinungsbild gleich, jedoch individuell in den Stadtteilen gestaltet und die Unterschiede widerspiegelnd. Eben dies hält Bürgermeister Rene Kirch für sehr wichtig, sei es doch genau diese Vielfalt, die in Groß-Umstadt durch die einzelnen Stadtteile auch gelebt werde. Auch er freut sich über das große ehrenamtliche Engagement, das in den Stadtteilen an den Tag gelegt wurde.</p>



<p>„Unsere Ortsteile haben so viel Besonderes zu bieten“, hob er hervor. Gerade in ihrer Eigenständigkeit bis Mitte der Siebziger Jahre hätte sich ein Dorf- und Gemeindeleben entwickelt, welches sich heute noch an Gebäuden ausdrücke. Nicht nur die jüngere Generation könne diese nicht mehr zuordnen, sondern gerade auch die Besucherinnen und Besucher. Mit den Tafeln gebe man diesen historischen Gebäuden ihren Wert wieder, sowohl im Ansehen als auch in der Erklärung der Bedeutung.</p>



<p>Dies sei jedoch keine Aktion der Stadtverwaltung, betonte der Bürgermeister. Vielmehr hätten Ehrenamtliche in den Orten dazu beigetragen, dass diese Tafeln zustande gekommen seien. Nachdem erst einmal Gebäude ausgesucht worden waren, musste der Inhalt recherchiert werden, die Grafiken gestaltet, die Bilder erstellt. „Hier steckt“, so Kirch, „das unbezahlbare Ehrenamt dahinter“.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="900" height="562" src="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/04/Einweihung-Schilder.jpg" alt="" class="wp-image-4382" style="width:600px" srcset="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/04/Einweihung-Schilder.jpg 900w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/04/Einweihung-Schilder-300x187.jpg 300w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/04/Einweihung-Schilder-768x480.jpg 768w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/04/Einweihung-Schilder-720x450.jpg 720w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/04/Einweihung-Schilder-520x325.jpg 520w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/04/Einweihung-Schilder-320x200.jpg 320w" sizes="auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px" /></figure>
</div>


<p style="text-decoration:underline"><strong>Anmerkung:</strong></p>



<p>Die Semder Tafeln befinden sich:</p>



<p>&#8222;de Bayrisch&#8220; &#8211; später &#8222;de Amoann-Schneirer&#8220; &#8211; Ernst-Reuter-Str. 11</p>



<p>&#8222;Halbdigg&#8220; &#8211;  Heinrichstr. 1</p>



<p>die &#8222;Harmonie&#8220; &#8211; Grafenstr. 10</p>



<p>&#8222;es Kaffee&#8220; &#8211; Groß-Umstädter Str. 4</p>



<p>&#8222;die Kirche&#8220; &#8211; Glockengasse 2</p>



<p>&#8222;die Kron&#8220; &#8211; Glockengasse 1</p>



<p>&#8222;de Ochsestall&#8220; &#8211; Hügelstr. 2</p>



<p>&#8222;die Post&#8220; &#8211; Otzbergstr. 19</p>



<p>&#8222;es Roodes&#8220; &#8211; Grafenstr. 11</p>



<p>&#8222;de Schoofmetzjer&#8220; &#8211; Grafenstr. 3</p>



<p>&#8222;die Schul im Egg&#8220; &#8211; Groß-Umstädter Str. 30</p><p>The post <a href="https://www.die-semmer.de/2025/04/01/geschichte-zum-erleben/">Geschichte zum Erleben</a> first appeared on <a href="https://www.die-semmer.de">Semmer-Seite</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Die Forstwaldkapelle (capella in foresta)</title>
		<link>https://www.die-semmer.de/2025/02/23/die-forstwaldkapelle-capella-in-foresta/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Karlheinz Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 23 Feb 2025 15:52:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Heimatverein]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.die-semmer.de/?p=3767</guid>

					<description><![CDATA[<p>– ein geschichtlicher Schatz in der Semder Gemarkung – von Karlheinz Müller (02/2025) (Bilder zum Vergrößern bitte antippen) Die sogenannte „Capella in foresta“ stand im Bereich des „Stoabuggels“ im Mittelforst am Ende der Salzlack­schneise.&#46;&#46;&#46;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h3 class="wp-block-heading">– ein geschichtlicher Schatz in der Semder Gemarkung –</h3>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">von Karlheinz Müller (02/2025)</p>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size" style="text-decoration:underline">(Bilder zum Vergrößern bitte antippen)</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><a href="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/babenhausen.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="297" src="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/babenhausen-300x297.jpg" alt="" class="wp-image-3771" style="object-fit:cover" srcset="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/babenhausen-300x297.jpg 300w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/babenhausen-150x150.jpg 150w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/babenhausen-768x761.jpg 768w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/babenhausen-80x80.jpg 80w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/babenhausen-720x714.jpg 720w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/babenhausen-520x515.jpg 520w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/babenhausen-320x317.jpg 320w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/babenhausen.jpg 900w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></figure>
</div>

<div id="content">Die sogenannte „Capella in foresta“ stand im Bereich des „Stoabuggels“ im Mittelforst am Ende der Salzlack­schneise. Man vermutet, dass dieses markante Bauwerk auf den Trümmern eines römischen Gutshofes (villae rusticae) errichtet worden war. Der Ausgrabungsbericht des AVA Dieburg bestätigt allerdings nur die villae rustica, nicht die Kapelle. Es wird aber darin die urkundliche Ersterwähnung der Forstwaldkapelle auf 1330 datiert.
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><b>Lageplan der Forstwaldkapelle</b></h3>
</div>

<div class="wp-block-image">
<figure class="alignleft size-medium"><a href="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/lageplan_kapelle.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="278" src="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/lageplan_kapelle-300x278.jpg" alt="" class="wp-image-3773" style="object-fit:cover" srcset="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/lageplan_kapelle-300x278.jpg 300w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/lageplan_kapelle-768x713.jpg 768w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/lageplan_kapelle-720x668.jpg 720w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/lageplan_kapelle-520x482.jpg 520w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/lageplan_kapelle-320x297.jpg 320w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/lageplan_kapelle.jpg 900w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></figure>
</div>

<p>Die alte Römerstraße, die von Dieburg nach Obernburg führte und an dieser Stelle parallel zur B 45 verläuft, ist hier im Wiesengrund noch sehr gut zu erkennen. Diese Römerstraße wurde später auch „Pilgerpfad“ genannt und als solcher genutzt. Bis von Walldürn kamen die Pilger auf dieser Straße auch zu der in der Nähe gelegenen „Capella in foresta“. Umgekehrt zogen die Pilger auch auf dieser Straße nach Walldürn. Auch der Abzweig zur „Capella“ ist gut zu erkennen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><b>Die &#8222;villae rusticae&#8220;</b></h3>

<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><a href="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/villae_rusticae.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="225" src="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/villae_rusticae-300x225.jpg" alt="" class="wp-image-3777" srcset="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/villae_rusticae-300x225.jpg 300w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/villae_rusticae-768x576.jpg 768w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/villae_rusticae-720x540.jpg 720w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/villae_rusticae-520x390.jpg 520w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/villae_rusticae-320x240.jpg 320w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/villae_rusticae.jpg 900w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></figure>
</div>

<p>Das Gebiet um Groß-Umstadt wurde 83–85 n. Chr. von den Römern erobert. Das eroberte Land wurde planmäßig erschlossen. Stadtartiges Zentrum in unserem Raum war Dieburg. Bauerndörfer gab es zu dieser Zeit nicht. Charakteristisch waren Gutshöfe (villae rusticae), welche den römischen Soldaten nach langen Dienstjahren (ca. 25 Jahre) als Dank unweit der Grenzanlagen zur Verfügung gestellt wurden. Sie bewirtschafteten zwischen 60 und 100 ha und lagen im Abstand von 700–1000 m voneinander entfernt. Die Höfe waren untereinander durch Wege und Straßen verbunden.</p>
<p>Der hier sehr nahe an der alten Römerstraße gelegene Gutshof diente wahrscheinlich auch als Station zum Um- bzw. Vorspannen der Versorgungswagen der Römer, da ab Groß-Umstadt ja eine erhebliche Steigung zu bewältigen war.</p>
<h3><b>Aus dem Ausgrabungsbericht des AVA Dieburg</b></h3>
<p><i>„Im Mittelforst, Gemarkung Semd, liegt am SW­Ende der Salzlackschneise der sogenannte ‚Steinbuckel‘. Er erhebt sich etwa 1 m über dem Waldboden, erstreckt sich in einer Länge von 25 m von NW nach SO und ist etwa 15 m breit. (4)</i></p>

<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><a href="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/haarnadel.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="167" height="300" src="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/haarnadel-167x300.jpg" alt="" class="wp-image-3772" srcset="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/haarnadel-167x300.jpg 167w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/haarnadel.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 167px) 100vw, 167px" /></a></figure>
</div>

<p>Die flache Erhebung wurde durch drei Suchschnitte und vier Flächen untersucht. Die Befunde in den Schnitten 1 und 2 sowie in den Flächen 1 3 waren Trachytfundamente, die nordsüdlich bzw. ostwestlich orientiert waren, Reste von zwei unterschiedlich hoch gelegenen Estrichböden und der kleine Rest eines Fliesenbodens. Im Suchschnitt 3 lagen zwei inkohlte Holzschwellen. Im 18 m langen Suchschnitt 1 wurden außerdem Fundamentausbrüche und ein Kellerversturz geschnitten.<br />Die Funde, die schon 0,2 m u.h.O. zutage kamen, sind Scherben unterschiedlicher römischer Gefäße des 2. Jahrhunderts n. Chr. Darunter auch Terra Sigillata, Leisten­ und Hypokaustziegel, Wand­ und Bodenfliesen, Glasgefäßscherben und viele Eisennägel. Hervorzuheben sind eine Haarnadel und ein Beschlag aus Bronze. (4)</p>
<p>In dem ergrabenen Bereich fanden sich keine Hinweise auf eine mittelalterliche Anlage. (4)</p>
<p>&nbsp;</p>
<h3><b>Ersterwähnung der Forstwaldkapelle<br /></b></h3>
<p>Die Datierung der Ersterwähnung der Forstwaldkapelle in das Jahr 1330 im Ausgrabungsbericht beruht auf einen im Staatsarchiv Darmstadt vorhandenen Ablassbrief.</p>

<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-medium"><a href="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/ablassbrief.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="241" src="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/ablassbrief-300x241.jpg" alt="" class="wp-image-3770" srcset="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/ablassbrief-300x241.jpg 300w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/ablassbrief-768x618.jpg 768w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/ablassbrief-720x579.jpg 720w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/ablassbrief-520x418.jpg 520w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/ablassbrief-320x257.jpg 320w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/ablassbrief.jpg 900w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></figure>
</div>

<p>Darin steht u.a.</p>
<p style="text-align: center;">„Capella St. Mariae heremitarum“ in „silua Trieyg Maguntinensis Dioecesis“</p>
<p>übersetzt:</p>
<p><center>der Kapelle der heiligen Maria der Einsiedler im Dreieichwald in der Diözese Mainz, je 40 Tage Ablass.</center></p>
<p><i><br />„Auch für die Dieburger besaß die Kapelle im Forst eine gewisse Anziehungskraft. Nach Ausweis der Stadtrechnungen führten sie im Jahr 1512, am Donnerstag nach Quasimodogeniti, dem ‚Weißen Sonntag‘, eine Prozession in den Mittelforst, ‚vor die ungnade des Sterbens‘. Sie pilgerten zur <b>‚Capella St. Mariae heremitarum in silua Trieyg Maguntinensis Dioecesis‘</b>, der Kapelle der heiligen Maria der Einsiedler im Dreieichwald in der Diözese Mainz. (1)<br />Leider erscheint die Ortsbestimmung ‚in silua Trieyg‘ zunächst mehr als wage. Allerdings lässt sich sonst im Gebiet des alten Wildbanns Dreieich, zu dessen südlichem Zipfel nach dem Weistum von 1338 auch der Mittelforst gehörte, keine ‚passende‘ Marienkapelle nachweisen. Die 1232 geweihte Dieburger Kapelle neben der alten Pfarrkirche ist ebensowenig als ‚capella heremitarum‘ (Einsiedlerkapelle) deutbar, wie die Kirche in Offenthal. Außerdem gibt es noch heute einen Fußweg, der vom nahen Semd in den Mittelforst führt und den Namen <b>‚Einsiedelpfad‘</b> trägt.“ (1)</i></p>
<h3><b><br />Karte des alten Wildbanns Dreieich<br /></b></h3>
<p>nach den Grenzbeschreibungen von 1338 in</p>
<p style="text-align: center;">„Wysunge des meygerichts<br />des wiltbannes in der Dryeiche“</p>

<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-medium"><a href="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/wildbann.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="237" src="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/wildbann-300x237.jpg" alt="" class="wp-image-3778" srcset="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/wildbann-300x237.jpg 300w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/wildbann-768x608.jpg 768w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/wildbann-720x570.jpg 720w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/wildbann-520x411.jpg 520w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/wildbann-320x253.jpg 320w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/wildbann.jpg 900w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></figure>
</div>

<p>Aus einer Beschreibung der Forstkapelle von 1589 geht hervor:</p>
<p><center>„Allein findet man obendig der Thuer solcher Kirchen die Jahreszeit eingehauen 1416“.</center></p>
<p>Diese abweichende Jahreszahl zum Jahr 1330 der Ersterwähnung könnte auch auf (Um-)Baumaßnahmen hindeuten, wie ein Gesuch von 1462 an die Stadt Frankfurt, in dem man sich um Zollfreiheit für Steine für die „Forstkapelle“ bemühte, vermuten lässt. (1)<br />1480 wird in einem Schriftstück erwähnt: „Ibidem conveniunt: Ombstadt Major, Sembde, Cledtstadt, Ammerbach, Rychen, Rybach, Ombstadt Minor et Zymmern, Cappelanus in Foresta“, d. h. die Bewohner dieser Orte kamen hier bei kirchlichen Feiern zusammen, bzw. wallfahrten dahin und unterhielten dort einen Kaplan. Der Kaplan hatte seine Wohnung in dem nahen Semd, zu dem ein Fußweg in südlicher Richtung, den man heute noch den „Einsiedelpfad“ nennt, führte. (2)<br />Nur eineinhalb Jahrhunderte scheint der Wallfahrtsort der „capella in foresta&#8220; im Blickpunkt des Zeitgeschehens gestanden zu haben. (2)</p>
<h3><b><br />Die Forstmärkte<br /></b></h3>
<p>Die Stadt Umstadt feierte zweimal im Jahr einen „Forstmarkt an der Forstkapelle“, und zwar den Johannismarkt am Sonntag vor Johannis (24. Juni) und den Michaelismarkt am Sonntag vor Michaelis (24. September). (3)</p>

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<figure class="aligncenter size-medium"><a href="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/marktprivileg.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="235" src="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/marktprivileg-300x235.jpg" alt="" class="wp-image-3774" srcset="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/marktprivileg-300x235.jpg 300w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/marktprivileg-768x602.jpg 768w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/marktprivileg-720x564.jpg 720w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/marktprivileg-520x407.jpg 520w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/marktprivileg-320x251.jpg 320w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/marktprivileg.jpg 900w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></figure>
</div>

<p>Bereits 1524 erfolgte „wegen Abgötterei, Waldschäden und Unzucht“ das Verbot, den „Forstmarkt“ bei der Kapelle abzuhalten.(1) Die Forstmärkte fanden dann „im Feld vor der Stadt“ am Dieburger Tor statt. Anfang 1700 wurden diese Forstmärkte auf Wochentage verlegt, weil sie „an den Heyligen Sonntagen nicht ohne große ärgernuß und Ent­heyligung&#8220; gehalten worden waren. Einige Jahrzehnte später verlor sich dieser Brauch.(1)</p>
<p>Nach dem Verbot der Forstmärkte bei der Kapelle und der Einführung der Reformation 1547 im Umstädter Land lag die Forstkapelle unbenutzt da und verfiel. Sie sei, wie 1589 der hessische Keller Gewendt berichtet,</p>
<p><center>„viel Jahr und seinthero das Bapstumb dieser Endt verfallen, niemandts sonderlich genützt habe, sondern je lenger je mehr verwüstet worden“.</center></p>
<p>Lediglich der Forstknecht nutzte das Bauwerk „zue Bescheuerung Heu und Stroes“. (2)</p>
<h3><b><br />Aus dem Kirchenbaumaterial wird das Umstädter Rathaus<br /></b></h3>
<p>Bei einer Zusammenkunft der kurpfälzischen und hessischen Umstädter Amtsmänner im Jahre 1588 rügten diese, dass das Umstädter Rathaus doch ein <b>„alt, boeß und unbequemlicher Baw“</b> und zudem noch „gar zu enge gespannt“ sei. Es wäre erforderlich, etwas „ansehnlicheres an die Steth“ zu machen. Daraufhin wurde mit einer Entscheidung vom 16. Juni 1589 genehmigt, dass das Kirchenbaumaterial der Forstkapelle &#8230; <b>„Zue uffbawung eines beßeren Rathauß dieß Orts</b> (Umstadts) bestimmt und etlich Geldt und Fruchtgefäll, die zue Besoldung eines Meßpriesters gestiftet gewesen, zue Erhaltung der Kirchengebawe von Umbstadt und Klein-Umbstadt angewendet werden sollten“.</p>

<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-medium"><a href="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/spitzbogen.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="200" src="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/spitzbogen-300x200.jpg" alt="" class="wp-image-3776" srcset="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/spitzbogen-300x200.jpg 300w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/spitzbogen-768x512.jpg 768w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/spitzbogen-720x480.jpg 720w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/spitzbogen-520x347.jpg 520w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/spitzbogen-320x213.jpg 320w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/spitzbogen.jpg 900w" sizes="auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px" /></a></figure>
</div>

<p>So wanderten die Steine und Holzbalken der Forstkapelle in einen der prächtigsten Renais­sancebauten unserer Heimat, wo sie vor allem zur Errichtung der Außenmauern Verwendung fanden.(2) So ist auch ein Stück Kirchen­fenstersturz mit Spitzbogen und Maßwerk der Forstkapelle auf der Ostseite des Umstädter Rathauses eingemauert. Ferner soll das frühere Schulglöckchen der Richer Schule von der Kapelle stammen.</p>
<p>Im Frühjahr 2014 fiel am „Stoabuggel“ eine mächtige Buche durch Windbruch. In ihrem Wurzelwerk hängen Mauerreste. Sind dies Reste der alten Wallfahrtskirche?</p>

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<figure class="aligncenter size-medium"><a href="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/mauerreste.jpg"><img loading="lazy" decoding="async" width="225" height="300" src="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/mauerreste-225x300.jpg" alt="" class="wp-image-3775" srcset="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/mauerreste-225x300.jpg 225w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/mauerreste-520x693.jpg 520w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/mauerreste-320x427.jpg 320w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/05/mauerreste.jpg 675w" sizes="auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px" /></a></figure>
</div>

<h3><b><br />Volkssage zur Entstehung der Forstkapelle<br /></b></h3>
<p>Hiernach wurde an dieser Stelle ein Rittersmann von Räubern überfallen. Als er zur Jungfrau Maria um Beistand flehte, erschien plötzlich ein junges Mädchen, das auf dem Weg von Altheim nach Semd war und die Hilfeschreie hörte. Die Räuber erschraken über das „himmliche Wesen“ und flüchteten. Als Dank des Ritters für die Rettung, ließ dieser die Kirche errichten.</p>
<p>Quellennachweis<br />(1) Murmann, Peter, Unser lieben Frauwen im Forste – eine spätmittelalterliche Wallfahrt im Dieburger Land, 1985<br />(2) Füßler, Georg, Ein Umstädter erzählt, Die Capella in foresta, 1995<br />(3) Köbler Wilfried, in „Stadtluft macht frei“ – Markt- und Stadtrechte in Umstadt<br />(4) Archäologische und volkskundliche Arbeitsgemeinschaft des Museums in Dieburg e. V. (AVA), Zeugen der Vergangenheit – Vorgeschichte, Römerzeit, Mittelalter im Dieburger Land &#8211; dargestellt anhand von Bodenfunden der Jahre 1970-1980</p>
<p><b>Karlheinz Müller</b></p>
<p>&nbsp;</p><p>The post <a href="https://www.die-semmer.de/2025/02/23/die-forstwaldkapelle-capella-in-foresta/">Die Forstwaldkapelle (capella in foresta)</a> first appeared on <a href="https://www.die-semmer.de">Semmer-Seite</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Dorfrundgang &#8222;Woas und wer wur wou&#8220;</title>
		<link>https://www.die-semmer.de/2024/05/25/dorfrundgang-woas-und-wer-wur-wou/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Karlheinz Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 24 May 2024 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Heimatverein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>von Leon Lutz Unter diesem Motto lief am 25.05.2024 der Semmer Dorfrundgang unter der Leitung des 1. Vorsitzenden des Semmer Heimatvereins Karlheinz Müller. Pünktlich um 14 Uhr ging es für die zahlreich erschienen Teilnehmer&#46;&#46;&#46;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class="has-text-align-right has-small-font-size">von Leon Lutz</p>



<p>Unter diesem Motto lief am 25.05.2024 der Semmer Dorfrundgang unter der Leitung des 1. Vorsitzenden des Semmer Heimatvereins Karlheinz Müller. Pünktlich um 14 Uhr ging es für die zahlreich erschienen Teilnehmer und Teilnehmerinnen bei traumhaften Wetter am Schützenhaus in Semd los. Mithilfe von vielen Bildern und einer Lautsprecherbox mit Mikrofon erzählte Karlheinz Müller viele interessante Informationen aus dem früheren Leben der Semmer Bürger.</p>



<p>Der Rundgang führte vom Schützenhaus über die Ernst-Reuter-Straße zum ehemaligen Semmer Markt (früher Gasthaus Lengfelder) und „em Kaffee“ (früher Forsthaus). Weiter ging’s über einen Stopp an der Ecke Groß-Umstädter Straße/Friedenstraße (Sturkeschreuner) und an der Staudengärtnerei Eidmann zur heutigen Grundschule. Nach einem kurzen Fußmasch wurde die Kreuzung Hügelstraße/Rebenstraße und über den früheren Stielweg ins Owweren (heute: Oberendstraße) erreicht. Weiter ging’s dann zu der ehemaligen Wirtschaft „Zur Post“ in der heutigen Otzbergstraße. Über den Kurt-Schumacher-Ring führte der Weg weiter zum damals „heißesten“ Ort in ganz Semd, die Kreuzung Heinrichstraße/Grafenstraße. Dort waren damals die Wirtschaften „Halbdigg“, „Zum Engel“ und „Zur Harmonie“ und das Leben der Bürger dementsprechend sehr rege. Kurz vorm Ende des Rundgangs ging es dann noch an der ehemaligen Metzgerei Mohrhard zur Semmer Kirche und zum „Gasthaus zur Krone“, die als letzte der 13 ehemaligen Wirtschaften coronabedingt schließen musste. Den Abschluss bildete dann pünktlich um 16:30 Uhr der „Schoofmetzjer“, der sich in der heutigen Grafenstraße befindet.</p>



<p>Es war ein sehr schöner und gelungener Rundgang, der auch den insgesamt 35 Teilnehmern gut gefallen hat.</p>



<p><span class="wp-rich-text-font-awesome-icon wp-font-awesome-icon"><svg aria-hidden="true" focusable="false" data-prefix="fas" data-icon="share" class="svg-inline--fa fa-share " role="img" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" viewBox="0 0 512 512"><path fill="currentColor" d="M307 34.8c-11.5 5.1-19 16.6-19 29.2v64H176C78.8 128 0 206.8 0 304C0 417.3 81.5 467.9 100.2 478.1c2.5 1.4 5.3 1.9 8.1 1.9c10.9 0 19.7-8.9 19.7-19.7c0-7.5-4.3-14.4-9.8-19.5C108.8 431.9 96 414.4 96 384c0-53 43-96 96-96h96v64c0 12.6 7.4 24.1 19 29.2s25 3 34.4-5.4l160-144c6.7-6.1 10.6-14.7 10.6-23.8s-3.8-17.7-10.6-23.8l-160-144c-9.4-8.5-22.9-10.6-34.4-5.4z"></path></svg></span> <a href="https://www.die-semmer.de/fotoalbum/fotoalbum-2024/nggallery/album/dorfrundgang-wer-wur-wou-am-25-05-2024" title="">Hier gehts zu den Bildern</a></p><p>The post <a href="https://www.die-semmer.de/2024/05/25/dorfrundgang-woas-und-wer-wur-wou/">Dorfrundgang „Woas und wer wur wou“</a> first appeared on <a href="https://www.die-semmer.de">Semmer-Seite</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Eine Reise in die Vergangenheit der Semmer Wirtschaften&#8220;</title>
		<link>https://www.die-semmer.de/2024/03/27/eine-reise-in-die-vergangenheit-der-semmer-wirtschaften/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Karlheinz Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 26 Mar 2024 23:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.die-semmer.de/?p=4399</guid>

					<description><![CDATA[<p>In Semd wurde schon immer gerne gefeiert, besonders die Kerb war und ist ein besonderes Highlight im Jahr. Ein alter Spruch besagt:„Die Semmer Kirb wie se frieher gefeijert woarn is, wur im gonze Umkreis&#46;&#46;&#46;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p>In Semd wurde schon immer gerne gefeiert, besonders die Kerb war und ist ein besonderes Highlight im Jahr.</p>



<p>Ein alter Spruch besagt:<br>„Die Semmer Kirb wie se frieher gefeijert woarn is, wur im gonze Umkreis beriehmt. Die Mädchen houn fir jeden Doach e nei Klaad gried, in 3 Säl wur Doanzmusig un in denne veele Wirdschafde die se hann, wur de Deiwel lous.“</p>



<p>Es gab in den Vor- und Nachkriegsjahren 13 Wirtschaften in Semd, von denen die letzte 2020 coronabedingt schließen musste. Damit ihr eine Reise in die Vergangenheit dieser Wirtschaften machen und mehr über diese erfahren könnt, haben wir zwei sogenannte Adventure Labs erstellt. Mit diesen Adventure Labs könnt ihr, wie bei einer Schnitzeljagd, die Wirtschaften aufsuchen und verschiedene Fragen vor Ort beantworten. Dazu müsst ihr euch nur die kostenlose Geocaching Adventure Lab App auf euer Smartphone herunterladen und los geht’s.</p>



<p>So startet ihr die Schnitzeljagd:</p>



<p>1. Ladet euch im Play- bzw. App Store die kostenlose Geocaching Adventure Lab App herunter.</p>



<p>2. Erstellt euch einen kostenlosen Account und wählt auf der Karte in Semd eines der beiden Adventures aus.</p>



<p><a href="https://adventurelab.page.link/3DQ1"></a><span class="wp-rich-text-font-awesome-icon wp-font-awesome-icon"><svg aria-hidden="true" focusable="false" data-prefix="fas" data-icon="share" class="svg-inline--fa fa-share " role="img" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" viewBox="0 0 512 512"><path fill="currentColor" d="M307 34.8c-11.5 5.1-19 16.6-19 29.2v64H176C78.8 128 0 206.8 0 304C0 417.3 81.5 467.9 100.2 478.1c2.5 1.4 5.3 1.9 8.1 1.9c10.9 0 19.7-8.9 19.7-19.7c0-7.5-4.3-14.4-9.8-19.5C108.8 431.9 96 414.4 96 384c0-53 43-96 96-96h96v64c0 12.6 7.4 24.1 19 29.2s25 3 34.4-5.4l160-144c6.7-6.1 10.6-14.7 10.6-23.8s-3.8-17.7-10.6-23.8l-160-144c-9.4-8.5-22.9-10.6-34.4-5.4z"></path></svg></span> <a href="https://adventurelab.page.link/3DQ1">Adventure-Lab 1</a></p>



<p><a href="https://adventurelab.page.link/bpDv"></a><span class="wp-rich-text-font-awesome-icon wp-font-awesome-icon"><svg aria-hidden="true" focusable="false" data-prefix="fas" data-icon="share" class="svg-inline--fa fa-share " role="img" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" viewBox="0 0 512 512"><path fill="currentColor" d="M307 34.8c-11.5 5.1-19 16.6-19 29.2v64H176C78.8 128 0 206.8 0 304C0 417.3 81.5 467.9 100.2 478.1c2.5 1.4 5.3 1.9 8.1 1.9c10.9 0 19.7-8.9 19.7-19.7c0-7.5-4.3-14.4-9.8-19.5C108.8 431.9 96 414.4 96 384c0-53 43-96 96-96h96v64c0 12.6 7.4 24.1 19 29.2s25 3 34.4-5.4l160-144c6.7-6.1 10.6-14.7 10.6-23.8s-3.8-17.7-10.6-23.8l-160-144c-9.4-8.5-22.9-10.6-34.4-5.4z"></path></svg></span> <a href="https://adventurelab.page.link/bpDv">Adventure-Lab 2</a></p>



<p>3. Begebt euch zu dem auf eurer Karte markierten Punkt und beantwortet mithilfe eurer App die Frage. Vorher könnt ihr euch noch einen kleinen Infotext zu den jeweiligen Stationen durchlesen.</p>



<p>4. Habt ihr alle Stationen abgeschlossen, könnt ihr eventuell noch eine kleine Bewertung abgeben.</p>



<p>In Kürze wird es noch ein weiteres Adventure über den Schinderhannes in Semd geben. Dabei taucht ihr in die letzten Tage des Schinderhannes vor seinem Tod ein und könnt mehr über sein Leben in Semd erfahren.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="900" height="540" src="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/06/wirtschaften_adv.jpg" alt="" class="wp-image-4401" style="width:600px" srcset="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/06/wirtschaften_adv.jpg 900w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/06/wirtschaften_adv-300x180.jpg 300w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/06/wirtschaften_adv-768x461.jpg 768w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/06/wirtschaften_adv-720x432.jpg 720w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/06/wirtschaften_adv-520x312.jpg 520w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/06/wirtschaften_adv-320x192.jpg 320w" sizes="auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px" /></figure>
</div><p>The post <a href="https://www.die-semmer.de/2024/03/27/eine-reise-in-die-vergangenheit-der-semmer-wirtschaften/">Eine Reise in die Vergangenheit der Semmer Wirtschaften“</a> first appeared on <a href="https://www.die-semmer.de">Semmer-Seite</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Einbürgerungszeremonie zum Auftakt der Semmer Kerb</title>
		<link>https://www.die-semmer.de/2017/09/08/einbuergerungszeremonie-zum-auftakt-der-semmer-kerb/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Karlheinz Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 07 Sep 2017 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Heimatverein]]></category>
		<category><![CDATA[Kerb]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.die-semmer.de/?p=4432</guid>

					<description><![CDATA[<p>Das &#8222;Grävengericht zu Sembd&#8220; Aus dem Odenwälder-Boten vom 08.09.2017 (Jo) Ein Höhepunkt zum Auftakt der Semmer Kerb war wieder einmal die große Einbürgerungszeremonie des Heimatvereins Semd. In seiner Laudatio sagte Vorsitzender Karlheinz Müller, dass&#46;&#46;&#46;</p>
<p>The post <a href="https://www.die-semmer.de/2017/09/08/einbuergerungszeremonie-zum-auftakt-der-semmer-kerb/">Einbürgerungszeremonie zum Auftakt der Semmer Kerb</a> first appeared on <a href="https://www.die-semmer.de">Semmer-Seite</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h2 class="wp-block-heading" id="header">Das &#8222;Grävengericht zu Sembd&#8220;</h2>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Aus dem Odenwälder-Boten vom 08.09.2017</p>



<p>(Jo) Ein Höhepunkt zum Auftakt der Semmer Kerb war wieder einmal die große Einbürgerungszeremonie des Heimatvereins Semd. In seiner Laudatio sagte Vorsitzender Karlheinz Müller, dass seit Menschengedenken der Brauch besagt: „Wer nidd oamol in seum Läwe in de Besch geläje hodd, iss koan rischdische Semmer“.</p>



<p>Bis zu der Verkastelung der Semme im Jahr 1973 war das auch gar kein Problem. Die „Besch“ war Abenteuerspielplatz für alle Semmer Kinder. Da war ein Sturz in den Bachlauf schon vorprogrammiert. Heute stellt sich das erheblich schwieriger dar.</p>



<p>Insbesondere ist es für Zugereiste und Eingeheiratete nicht immer einfach „Semmer“ zu werden. Viele leben schon jahrelang im Stadtteil, fühlen sich aber trotz Engagement in der Gemeinschaft nicht als richtige Semmer. Andere sind erst einige Monate im Ort, ﬁnden aber relativ schnell Kontakte und haben Semd zu ihrem Lebensmittelpunkt erkoren.</p>



<p>In vielen Nachbargemeinden versucht man dieses Dilemma mit einer „Neubürgertaufe“ zu lösen. In Semd geht man einen anderen Weg: man will per „Gerichtsbeschluss“ dem Unwohlsein mancher ein Ende bereiten und Klarheit schaffen.</p>



<p>Nachdem im Jahr 2008 erstmals nach 200-jähriger Pause das „Märkergericht auf der dauben Sembd“ tagte und über die ersten Fälle entschied, trat nun nach der Verhandlung im Jubiläumsjahr 2012, erneut das bedeutsamste Semder Gericht zusammen, nämlich das „Grävengericht zu Sembd“.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Zur Geschichte</h3>



<p>Semd war schon immer mit Umstadt verbunden „im Guten, wie im Schlechten“ und es war auch immer der gleichen Herrschaft und vor allem Gerichtsbarkeit unterworfen, bis auf eine ganz große Ausnahme, die es in anderen Orten nicht gab. Diese Besonderheit hat auch das Verhältnis der Semder zu Umstadt entscheidend beeinﬂusst.</p>



<p>Der Umstädter Heimatforscher und frühere Amtsrichter Peter Füßler schrieb einmal: Weil es (Semd) keine andere Gerichtsobrigkeit „denn beider Herrschaften“ habe außer dem „Kreffengericht, so der landgraff des Orts uff etzlichen güttern hatt“, werde der Ort als der Herrschaften „angehör“ verstanden. Semd gehörte also nur mit einem gewissen Vorbehalt zum Amt Umstadt. Es ist auch bemerkenswert, dass die Semder im Unterschied zu den Klein-Umstädtern und den Richern gegenüber dem Amtsort Umstadt nicht mit Frondiensten belastet waren. Diese hatten beispielsweise das Heu auf dem Abtsrod ab- und dürr zu machen und für die landgräﬂiche Kellerei Holz zu spalten. Außerdem mussten sie das Pfälzer Schloss säubern, „alle 8 oder 14 Tage die Frucht wenden, Zaunstecken machen und den Burggarten behegen.“ Ganz ungeschoren blieben die Semder aber auch nicht. Sie hatten nach uralter Überlieferung jährlich zwei Eichbäume zur Burg Otzberg zu liefern, die sie auf die äußere Mauer der Festung legen mussten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Entstehung des Grävengerichts</h3>



<p>Abgekürzt zur Entstehungsgeschichte sei erwähnt, dass es in Semd ein Dorfgericht und ein Grävengericht gab, welches aber schon sehr viel früher als die Dorfgerichte bestand. Später tagte dann erst das Dorfgericht mit Schultheiß und 8 Schöffen, einen Tag später das Grävengericht unter Vorsitz des Grävenschultheiß.</p>



<p>Dies ging jahrelang gut, bis 1726 der Dorf- und Grävenschultheiß Johann Balthasar Menges in Umstadt darum bat, seinen Sohn Johann Heinrich Menges als „Adjunctus“ (Gehilfen) einzusetzen. Dieser versuchte den alten Stellenwert des Grävengerichts wieder herzustellen. Es kam, wie es kommen musste, in der Folge entstanden enorme Streitigkeiten im Dorf und mit Umstadt.</p>



<p>In einer Urkunde von 1711 wird erwähnt, dass „die Bewohner der Gräffengasse oder eines Gräffenplatzes seit alters vom Blut- oder kleinen Zehnten befreit“ waren. Die früheren Bewohner der heutigen Grafenstraße waren also wesentlich besser gestellt als der Rest der Semder Bevölkerung. Erst als 1803 Umstadt und Semd insgesamt zu Hessen kamen, endete das Grävengericht.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Das Gericht 2017</h3>



<p>Zum Grävengericht zu Sembd gehörten im Jahre 2017 als Grävenschultheiß Dieter zu Dummesdirrers (Dieter Ohl), als Amtmänner Ritter Karlheinz zu Hejwehoannse (Karlheinz Müller) und Freiherr Christoph von de Beschgass (Christoph Ohl), als Advocatus Karlheinz zu Heggäije (Karlheinz Müller), als Gerichtsdiener Junker Jörg vom Majorschpäädche (Jörg Eidmann), als Mundschenk (für’s Beschwasser) Junker Ralf vom Gässje (Ralf Illmer) sowie die Burgfrau Ilona zu Heggaäje (Ilona Müller).</p>



<h3 class="wp-block-heading">Einbürgerungskandidaten</h3>



<p>Zu den Kandidaten, die im Verlaufe ihrer Einbürgerungszeremonie in den Genuss von echtem Semmer Beschwasser durch Mundschenk Junker Ralf kamen, gehörten: Dr. Thomas Feller (Friedhoufstrooße), Nadine Fischer (Gässje 7), Romy Fischer (Owwerenn 25), Rainer Gilbert (Tulbewech 7), Abdel Graine (Miehlgasse 12), Kerstin Gruber (Frauegroawe 20), Sabrina Hamann (Beschgasse 26), Benjamin Heil (Fäijewohnung im Frauegroawe 20), Jan Ludwig Katzenmeier (Heggegasse 16), Jasmin Kinz (Im Egg 42), Nikola Schmidt (Gässje 11), Ricarda Wenzel (Heggegasse 23a), Benjamin Wyche (Im Egg 4) und Marika Zirk (Fasoanering 24).</p>



<h3 class="wp-block-heading">Leumund</h3>



<p>Als Leumund agierten für die 14 Kandidaten (Reihenfolge wie zuvor) Kirchhoufguggersch-Tilo, Kevin Gehrig, Heilmoanns Moni, Lutze-Helmut, Kaisers-Peter, Kronersch-Bastioan, Schadamms-Andreas, Grubers Marcel, Beddgas Jirgen, Maddese Björn, Bolls Marvin, Houfbauersch-Oliver, Boggs Carsten und Soanne-Hermann.</p>



<p>Es galt nun für die 14 Kandidaten speziﬁsche Fragen zu ihrem Heimatort Semd zu beantworten. Beispielsweise wie viele Brücken einst über die Semmer Beschgasse führten (Lösung: 13), welche Tradition wird in Semd am 1. Mai gepﬂegt (Lösung: Maiweckausgabe für alle Semder Kinder) oder wie heißt die Semmer „Minnesängergruppe“ (Lösung: „Semmer Stoarn“). ‘ Außerdem mussten die Kandidaten dem Grävengericht die Frage beantworten, warum sie denn Semmer werden wollen. Eine Antwort geﬁel dem Gericht besonders, denn einer der Kandidaten sagte, für ihn sei Semd die „Wohlfühloase Nummer Eins!“ Anschließend durften alle Kandidaten ihre Einbürgerungsurkunde entgegennehmen.</p>



<p>Zum Schluss der Zeremonie sangen schließlich noch alle gemeinsam das Lied: „In Semm bin ich Dehoam!“</p>



<p><span class="wp-rich-text-font-awesome-icon wp-font-awesome-icon"><svg aria-hidden="true" focusable="false" data-prefix="fas" data-icon="share" class="svg-inline--fa fa-share " role="img" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" viewBox="0 0 512 512"><path fill="currentColor" d="M307 34.8c-11.5 5.1-19 16.6-19 29.2v64H176C78.8 128 0 206.8 0 304C0 417.3 81.5 467.9 100.2 478.1c2.5 1.4 5.3 1.9 8.1 1.9c10.9 0 19.7-8.9 19.7-19.7c0-7.5-4.3-14.4-9.8-19.5C108.8 431.9 96 414.4 96 384c0-53 43-96 96-96h96v64c0 12.6 7.4 24.1 19 29.2s25 3 34.4-5.4l160-144c6.7-6.1 10.6-14.7 10.6-23.8s-3.8-17.7-10.6-23.8l-160-144c-9.4-8.5-22.9-10.6-34.4-5.4z"></path></svg></span> <a href="https://www.die-semmer.de/fotoalbum/fotoalbum-2017/nggallery/album/graevengericht-01-09-2017" title="">Hier gehts zu den Bildern</a></p><p>The post <a href="https://www.die-semmer.de/2017/09/08/einbuergerungszeremonie-zum-auftakt-der-semmer-kerb/">Einbürgerungszeremonie zum Auftakt der Semmer Kerb</a> first appeared on <a href="https://www.die-semmer.de">Semmer-Seite</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Verein „Semder Heimatgeschichte“ präsentiert Konfirmationsbilder aus über 100 Jahren</title>
		<link>https://www.die-semmer.de/2017/06/09/verein-semder-heimatgeschichte-praesentiert-konfirmationsbilder-aus-ueber-100-jahren/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Karlheinz Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 08 Jun 2017 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Heimatverein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Aus dem Odenwälder-Bote am 09.06.2017 &#8211; Bild und Text: Johmann (Jo) Stark frequentiert war die evangelische Kirche in Semd am Pfingstsonntag. Leider ist es allerdings nicht immer so, dass die Plätze – außer von&#46;&#46;&#46;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Aus dem Odenwälder-Bote am 09.06.2017 &#8211; Bild und Text: Johmann<a href="http://semmer.seite.de/news/bilder/konfbild1.jpg"></a></p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="900" height="587" src="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/06/konfbild1.jpg" alt="" class="wp-image-4435" style="width:300px" srcset="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/06/konfbild1.jpg 900w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/06/konfbild1-300x196.jpg 300w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/06/konfbild1-768x501.jpg 768w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/06/konfbild1-720x470.jpg 720w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/06/konfbild1-520x339.jpg 520w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/06/konfbild1-320x209.jpg 320w" sizes="auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px" /></figure>
</div>


<p>(Jo) Stark frequentiert war die evangelische Kirche in Semd am Pfingstsonntag. Leider ist es allerdings nicht immer so, dass die Plätze – außer von den Konfirmanden – auch von zahlreichen anderen Christen genutzt werden. Allgemein ist nämlich der Kirchenbesuch stark zurückgegangen. Auch wenn im Zeichen des 500. Jubiläums der Reformation der Rat der EKD Prof. Dr. Dr. hc. Margot Käßmann als Botschafterin für das Reformationsjubiläum 2017 berufen hat. Sie gehört zu den bekanntesten Deutschen der Gegenwart und im größten Sonntagsblatt Deutschlands schreibt sie regelmäßig Kolumnen. Mit ihrer von Martin Luther geprägten Frömmigkeit setzt sie Akzente. Und mit ihren Kontakten gewinnt sie Menschen zum Mitfeiern, wo auch immer.</p>



<p>Am Sonntag war aber nicht das Wort der früheren Landesbischöfin und EKD-Ratsvorsitzenden Magnet für den Kirchenbesuch, sondern die Eröffnung der Fotoausstellung „Konfirmationsbilder aus über 100 Jahren“. Initiiert vom Verein „Semder Heimatgeschichte“.</p>



<p>Dessen Vorsitzender, Karlheinz Müller, übernahm es nach dem Gottesdienst die Ausstellung offiziell zu eröffnen. Die erste große Fotoausstellung, so Müller in seiner Ansprache, fand an Kerb 2005 im Feuerwehrhaus statt. Damals wurden Bilder von Semd aus den letzten 100 Jahren, Postkarten, Gastwirtschaften und Specerei-Krämereien, Straßen, Festbilder, Bilder vom Dorfalltag und vieles mehr gezeigt.</p>



<p>An Kerb 2008 fand dann eine Fotoausstellung mit dem Thema „50 Jahre „Landrat-Gruber-Schule“ Semd“ statt. Seinerzeit hatte der Verein Schulbilder aus über 100 Jahren zusammen getragen. Zum 700-jährigen Dorfjubiläum an Kerb 2012 schließlich wurde die Fotoausstellung mit dem Thema „Landleben“ präsentiert. Zur jetzigen Ausstellung seien im Verlaufe der letzten zweieinhalb Jahre zahlreiche Konfirmationsbilder, Konfirmationssprüche und Gottesdienstblätter aus Konfirmationsgottesdiensten zusammen getragen worden. Das älteste Konfirmationsgruppenbild datiert aus 1906, die älteste Ausfertigung eines Konfirmationsspruches aus dem Jahr 1877.</p>



<p>Er danke an dieser Stelle allen, so der Vorsitzende, die Bilder zum digitalisieren zur Verfügung gestellt hätten. Zudem danke er all jenen die mithalfen die Namen der Konfirmanden zu recherchieren, insbesondere Renate Filip, die im Kirchenarchiv viele Namenslisten herausgesucht und von der Sütterlin-Schrift übersetzt hat. Dank sage er zudem allen, die bei der Organisation und Vorbereitung der Ausstellung beteiligt waren. Hier gehe ein besonderer Dank an Ulrike Bauersfeld, Gudrun Lämmermann und Hiltrud Ruppert vorn Ausschuss für das Gemeindeleben der evangelischen Kirchengemeinde Semd.</p>



<p>Ein abschließendes Dankeschön gebühre schließlich der evangelischen Kirchengemeinde selbst, welche der Verein „Semder Heimatgeschichte“ für dieses Projekt begeistern konnte. Die Ausstellung werde noch bis zum 25. Juni in der Kirche präsentiert.</p>



<p>Die Vorbereitung einer solchen Ausstellung sei, so Müller, stets mit einem sehr intensiven Blick in die Geschichte verbunden. Und beim einscannen der Bilder sowie der Recherche zu den jeweiligen Namen habe er sich unweigerlich an zahlreiche Begebenheiten und Anekdoten mit den verschiedensten Personen konfrontiert gefühlt.</p>



<p>Noch einmal sei sein Blick fünf Jahrzehnte zurück in die „gute alte Zeit“ geschweift, wie er noch Jugendlicher war. Auf alle Fälle war damals die „Semmer Besch“ noch nicht verkastelt und prägte das alte Ortsbild. Er selbst habe mit 15 Jahren seine Lehre bei der damaligen Genossenschaftsbank eG Groß-Umstadt begonnen. In seinem letzten Lehrjahr 1972 wurde die erste Filiale der Genossenschaftsbank in Semd gebaut und eröffnet. Zur Eröffnung sei damals extra eine Goldmünze von der Bank aufgelegt werden. Als Motiv ist die Semder Kirche, das Semder Wappen und der Otzberg zusehen – überschrieben mit „Gemeinde Semd“. Neudeutsch gesagt, sei das damals schon ein besonderes „Highlight“ gewesen.</p>



<p>In der Nachbarschaft seines Elternhauses war bei der Metzgerei von Karl Mohrhard samstags immer der Teufel los. Es kam vor, dass der Laden so voll war, dass sich Warteschlangen vor der Eingangstür bildeten.</p>



<p>Rund 10 Jahre später, im Jahre 1981, bekam „de Some Klaus“ die Baugenehmigung für das große Wohn- und Geschäftshaus, das an der Stelle des alten Gasthauses „Lengfelder“ errichtet wurde.</p>



<p>Jeder kaufte seinen Lebensbedarf in Semd ein. Der einzige große Einkaufsmarkt den es damals gab, der „Massa-Mark “ in Stockstadt bei Aschaffenburg, war weit weg.</p>



<p>Neben den Geschäften gab es auch noch jede Menge Kneipen im Ort. Kurzum, es war einfach was los in Semd. Und das war auch im Umland bekannt.</p>



<p><strong>Und heute:</strong></p>



<p>Von den ehemals 13 Gastwirtschaften in Semd ist seit langem nur noch die Krone übrig geblieben. Die ehemalige Genossenschaftsbank Groß-Umstadt, umfirmiert zur Volksbank und in etlichen Fusionen selbst untergegangen. Die stolze Semder Voba-Filiale schloss jetzt ihre Pforten. Einen Geldautomaten will man eventuell als Ersatz aufstellen.</p>



<p>Die Metzgerei Mohrhard schloss zum selben Zeitpunkt ihren Verkaufsladen. Eine Auswahl von Wurst- und Fleischwaren gibt’s weiter als SB-Ware im „Semmer Markt“.</p>



<p>Heute sind die Geschäfte nur noch für die Alteren Semmer, die nicht mehr Auto fahren können, und ein paar wenige, die die ortsansässigen Geschäfte aus Prinzip erhalten wollen ein Anziehungspunkt.</p>



<p>Der Blick in die Zukunft stimme, so Müller, nicht gerade verheißungsvoll. Wie verlaufe wohl die künftige Entwicklung des „unbeugsamen gallischen Dorfs“ in den nächsten Jahren, oder wie die Römer sagen würden: „Quo Vadis, Semd?“</p>



<p>Das Rad der Zeit könne man leider nicht mehr zurück drehen: „Was gescheh’n ist, ist gescheh’n!“ Aber es dürfe nicht so weit kommen, dass auch Semd, wie so viele andere Dörfer, sich zum reinen Schlafort entwickelt. Vielmehr müsse es lebendig bleiben und alle hätten das selbst in der Hand, so der Vorsitzende der „Semder Heimatgeschichte“ zum Schluss seiner Ausführungen.</p>



<p>Die Ausstellung ist jeweils Sonntags geöffnet, also am 5. Juni, 11. Juni, 18. und. 25. Juni 2017 nach den jeweiligen Gottesdiensten bis 12.30 Uhr. Am 11. und 18. Juni lädt zudem der Verein „Semder Heimatgeschichte“ von 14 bis 17 Uhr zu Kaffee und Kuchen im Kirchgarten beziehungsweise in der Kirche ein.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="900" height="605" src="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/06/konfbild2.jpg" alt="" class="wp-image-4436" style="width:600px" srcset="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/06/konfbild2.jpg 900w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/06/konfbild2-300x202.jpg 300w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/06/konfbild2-768x516.jpg 768w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/06/konfbild2-720x484.jpg 720w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/06/konfbild2-520x350.jpg 520w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/06/konfbild2-320x215.jpg 320w" sizes="auto, (max-width: 900px) 100vw, 900px" /></figure>
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<p><a href="http://semmer.seite.de/news/bilder/konfbild2.jpg"></a><a href="http://semmer.seite.de/news/bilder/konfbild2.jpg"></a></p><p>The post <a href="https://www.die-semmer.de/2017/06/09/verein-semder-heimatgeschichte-praesentiert-konfirmationsbilder-aus-ueber-100-jahren/">Verein „Semder Heimatgeschichte“ präsentiert Konfirmationsbilder aus über 100 Jahren</a> first appeared on <a href="https://www.die-semmer.de">Semmer-Seite</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Radweg &#8222;Hohe Straße&#8220; eingeweiht</title>
		<link>https://www.die-semmer.de/2013/09/20/radweg-hohe-strasse-eingeweiht/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Karlheinz Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 19 Sep 2013 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Heimatverein]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Von Karlheinz Müller am 25.02.2014 Ca. 50 Meter abseits der heutigen „Hohen Straße“ verlief die, im Forstwald in der Gemarkung Semd heute noch sehr gut sichtbare, alte Römerstraße, welche von Dieburg nach Stockstadt führte.&#46;&#46;&#46;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class="has-text-align-right has-small-font-size">Von Karlheinz Müller am 25.02.2014</p>



<p>Ca. 50 Meter abseits der heutigen „Hohen Straße“ verlief die, im Forstwald in der Gemarkung Semd heute noch sehr gut sichtbare, alte Römerstraße, welche von Dieburg nach Stockstadt führte. Streckenweise schneiden sie sich auch und verlaufen auf der gleichen Trasse.</p>



<p>Diese Straße von Dieburg nach Stockstadt wurde erst relativ spät von den Römern fertiggestellt und daher nur ca. 30 Jahre lang genutzt.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="300" height="208" src="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/06/hohestrasse_route.jpg" alt="" class="wp-image-4544" style="width:300px"/></figure>
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<p>Im Rahmen des Regionalen Entwicklungskonzepts des Landkreises Darmstadt-Dieburg ist das Projekt ‚Hohe Straße’ in Zusammenarbeit mit der Landesdenkmalpflege und den an der Strecke angrenzenden Heimatvereinen entwickelt worden. Hierbei wurde ein Radweg mit Tour-Beschreibung und Hinweistafeln auf Sehenswürdigkeiten aus LEADER-Fördermitteln verwirklicht. Der GEO-Park hat hierfür die Trägerschaft übernommen.</p>



<p>Am 20.09.2013 wurde die Strecke offiziell eingeweiht. Sie beginnt in Dieburg am Fechenbach-Schloss und endet in Stockstadt. Unterwegs folgt man den Hinweis-Schildern.</p>



<p><span class="wp-rich-text-font-awesome-icon wp-font-awesome-icon"><svg aria-hidden="true" focusable="false" data-prefix="fas" data-icon="share" class="svg-inline--fa fa-share " role="img" xmlns="http://www.w3.org/2000/svg" viewBox="0 0 512 512"><path fill="currentColor" d="M307 34.8c-11.5 5.1-19 16.6-19 29.2v64H176C78.8 128 0 206.8 0 304C0 417.3 81.5 467.9 100.2 478.1c2.5 1.4 5.3 1.9 8.1 1.9c10.9 0 19.7-8.9 19.7-19.7c0-7.5-4.3-14.4-9.8-19.5C108.8 431.9 96 414.4 96 384c0-53 43-96 96-96h96v64c0 12.6 7.4 24.1 19 29.2s25 3 34.4-5.4l160-144c6.7-6.1 10.6-14.7 10.6-23.8s-3.8-17.7-10.6-23.8l-160-144c-9.4-8.5-22.9-10.6-34.4-5.4z"></path></svg></span> <a href="https://www.die-semmer.de/fotoalbum/fotoalbum-2013/nggallery/album/einweihung-projekt-hohe-strass-20-09-2013" title="">Hier gehts zu den Bildern</a></p><p>The post <a href="https://www.die-semmer.de/2013/09/20/radweg-hohe-strasse-eingeweiht/">Radweg „Hohe Straße“ eingeweiht</a> first appeared on <a href="https://www.die-semmer.de">Semmer-Seite</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Ein deutscher Robin Hood?</title>
		<link>https://www.die-semmer.de/2008/06/15/ein-deutscher-robin-hood/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Karlheinz Müller]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 14 Jun 2008 22:00:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Schinderhannes]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.die-semmer.de/?p=4445</guid>

					<description><![CDATA[<p>Der nachfolgende Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung des Darmstädter-Echo veröffentlicht. Der Schinderhannes-Mythos lebt Vor 200 Jahren war Deutschlands wohl populärster Räuber auch in Hessen gefürchtet VON PETER BAYERLEIN An einem „neblicht nassen“ Herbsttag vor&#46;&#46;&#46;</p>
<p>The post <a href="https://www.die-semmer.de/2008/06/15/ein-deutscher-robin-hood/">Ein deutscher Robin Hood?</a> first appeared on <a href="https://www.die-semmer.de">Semmer-Seite</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Der nachfolgende Artikel wurde mit freundlicher Genehmigung des Darmstädter-Echo veröffentlicht.</p>


<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="626" height="153" src="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/06/echo_titel.jpg" alt="" class="wp-image-4448" srcset="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/06/echo_titel.jpg 626w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/06/echo_titel-300x73.jpg 300w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/06/echo_titel-520x127.jpg 520w, https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/06/echo_titel-320x78.jpg 320w" sizes="auto, (max-width: 626px) 100vw, 626px" /></figure>
</div>


<h3 class="wp-block-heading">Der Schinderhannes-Mythos lebt</h3>



<p class="has-text-align-center">Vor 200 Jahren war Deutschlands wohl populärster Räuber auch in Hessen gefürchtet</p>



<p class="has-text-align-right has-small-font-size">VON PETER BAYERLEIN</p>



<p><br>An einem „neblicht nassen“ Herbsttag vor 200 Jahren starb Johannes Bückler vor den Wällen von Mainz. Einige tausend Menschen waren Zeuge, als er am 21. November 1803 unter das Fallbeil geschoben wurde. Er war weder der erste, der von der französischen Justiz in den gerade erst eroberten rheinischen Départements hingerichtet wurde, noch war er in den zehn Jahren dieser Herrschaft der letzte – aber der „Schinderhannes“ war zweifellos der bekannteste<br>Zumindest drängt sich dieser Eindruck auf, wenn man durch den Hunsrück fährt: In fast jedem Dorf stößt man auf eine Schinderhannes-Schenke, ein Schinderhannes-Hotel. Man kann Schinderhannes-Spießbraten auf Schinderhannes-Brot speisen, Schinderhannes-Bier trinken, mit Schinderhannes-Schnaps nachspülen, Schinderhannes-Tabak rauchen. Man kann sich auf Schinderhannes-Loipen und -Rundwegen tummeln, den Schinderhannes- Radweg befahren oder an einer Schinderhannes-Rallye teilnehmen.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Stilisiert zum Widerständler gegen das Franzosen-Regime</strong></h3>


<div class="wp-block-image">
<figure class="alignright size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="289" height="153" src="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/06/echo_hinrichtung.jpg" alt="" class="wp-image-4447"/><figcaption class="wp-element-caption">Fröhliches Räuberleben und unrühmliches Ende</figcaption></figure>
</div>


<p>Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es Versuche, den Schinderhannes zu einer Art Freiheitskämpfer gegen die französische Besatzungsmacht zu stilisieren. Dies geschah zwar vornehmlich in Romanen, wo man es mit Fakten nicht so genau nehmen muss – aber dieses Bild, das nach dem 1. Weltkrieg und der erneuten Besetzung des Rheinlands durch französische Truppen viele Herzen entflammte, wurde bald auf Bückler übertragen. Dabei ist keine Tat des Schinderhannes bekannt, die sich gegen die französische Besatzungsmacht gerichtet hätte.<br><br>Wie alle anderen Räuber machte auch er einen großen Bogen um Dörfer, in denen französische Soldaten vermutet wurden – schon weil diese kurzen Prozess machten mit francs-tireurs (Freischärlern) und auch mit Dörfern, in denen man solche wähnte. Räuber wollten Beute machen, nicht kämpfen. Trotzdem taucht das idealisierte Bild des Rebellen auch in der Schinderhannes-Biographie von Curt Elwenspoek auf und regte wohl auch das Theaterstück von Carl Zuckmayer an. Populäre Vorstellungen vom Schinderhannes sind geprägt von romantisch verklärenden Romanen, Bühnenstücken und Filmen.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><br><strong>Curd Jürgens spielt den Räuber zum Volkshelden empor</strong></h3>



<p>Der Schinderhannes-Film von 1928 nach dem Drehbuch von Zuckmayer wurde im damals besetzten Rheinland verboten, sorgte für diplomatische Verstimmungen zwischen Paris und Berlin und durfte erst nach Änderungen gezeigt werden. Nach dem 2. Weltkrieg wurde auch am „rheinischen Helden“ vieles abgeschwächt, und so verwundert nicht, dass der Räuber auf manchen Zeichnungen aussieht wie Curd Jürgens in dem Schinderhannes- Film von 1958, in dem Bückler zur Mischung aus Till Eulenspiegel und Andreas Hofer mutierte. Erst mit diesem Film überflügelte der rheinische Bandit an Popularität den norddeutschen Piraten Klas Störtebeker (zu dessen Andenken heute auf Rügen Störtebeker- Festspiele inszeniert werden), und den Wildschützen Mathias Klostermayer, den „bayerischen Hiasl“, dessen Bande 1771 erst von zwei Kompanien Soldaten in mehrstündigem Gefecht überwältigt wurde, und den „Sonnenwirtle“ Friedrich Schwahn, dem Friedrich Schiller mit der Novelle „Der Verbrecher aus verlorener Ehre“ ein literarisches Denkmal setzte. Der deftig fröhliche Schinderhannes des Curd Jürgens machte den Kriminellen zum „Freizeiträuber“, mit dessen Namen sich Pfadfindergruppen schmücken.<br>Bückler wurde 1778 in Miehlen im Hintertaunus als Sohn eines „Wasenmeisters“ geboren. Diesem Handwerk des Schinders oder Abdeckers (der Tiere „aus der Decke“ schlug, also abhäutete und den unverwertbaren Tierkadaver entsorgte) haftete im doppelten Sinne ein übler Ruch an: Sie mussten außerhalb der Dörfer leben, galten als „ehrlos“, ihre Nachkommen durften kein „ehrbares Handwerk“ betreiben. Johannes, dem Sohn des Schinders, blieb wenig übrig, als auch den Beruf des Vaters zu ergreifen. Den Lohn versuchte er mit Viehdiebstählen aufzubessern, er wurde ertappt, verhaftet und entkam – schon mit 16 Jahren ein steckbrieflich gesuchter Krimineller. 1802 versuchte er vergebens, als „fahrender Händler Ofenloch“ und dann als kaiserlicher Soldat wieder in die bürgerliche Gesellschaft zurückzukehren. Er wurde verraten, in Frankfurt verhaftet und an die Franzosen ausgeliefert.<br>Es scheint falsch, den Schinderhannes- Mythos mit der Faszination des Bösen erklären zu wollen. Die meisten Verbrecher, die Schlagzeilen machen, sind bald wieder vergessen, nur an wenige erinnert man sich noch nach Jahrzehnten. Deshalb ist das anhaltende Interesse an Bückler auch nach 200 Jahren erstaunlich. Es war schon in den Flugblättern und Zeitungsberichten spürbar, die vor Beginn des Strafprozesses in Mainz 1803 veröffentlicht wurden – wobei sich diese Schriften meist wenig um die tatsächlichen Geschehnisse im abgelegenen Hunsrück kümmerten. Der aufwändige Strafprozess, für den jeden Tag Eintrittskarten verkauft wurden, die 68 Angeklagten, die fast unüberschaubare Anzahl von Zeugen, die Hinrichtung steigerten die Faszination an dem Hunsrück- Räuber.<br>Zweifellos verdankt Bückler einen Teil seiner Berühmtheit der ausgeprägten Fähigkeit zur Selbstdarstellung. Auch der von ihm bevorzugte Name „Johannes durch den Wald“, wie er Erpresserbriefe unterschrieb, strahlt geheimnisvolles Flair aus. Er sei charmant und humorvoll gewesen, wird berichtet, habe sich Gesprächspartnern anzupassen vermocht – was nicht nur junge Frauen anziehend fanden. Während der Verhandlung in Mainz wusste er viele Zuschauer für sich einzunehmen. Er war meist recht sorgfältig und „adrett“ nach der neuesten Mode gekleidet und hob sich schon dadurch deutlich von vielen seiner Komplizen ab. Auf dem Höhepunkt seiner Laufbahn ließ er sich mehrmals von Schneidern komplett neu ausstatten – während sich damals die meisten Menschen bestenfalls einmal im Jahr ein neues Kleidungsstück leisteten.</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Bückler versuchte, sich als Freund der Armen darzustellen</strong></h3>


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<figure class="alignright size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="243" height="295" src="https://www.die-semmer.de/wp-content/uploads/2025/06/echo_gefaengnis.jpg" alt="" class="wp-image-4446"/><figcaption class="wp-element-caption">Zur Biedermeier-Idylle idealisierte der Mannheimer Maler Karl Mathias Ernst den Räuber Johannes Bückler in Handschellen mit seiner Geliebten Julie Bläsius (1781-1851) Ihr Sohn Franz Wilhelm (*1802) wurde von dem<br>Mainzer Zolleinnehmer Johannes Weiß adoptiert.</figcaption></figure>
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<p>An der Fabel vom Räuber, der Reiche und Geizige bestiehlt und Arme beschenkt, erfreuten sich Menschen zu allen Zeiten. Der Held wurde so ausgemalt, wie ihn das Volk sich so wünschte: forsch und unverfroren gegenüber der Obrigkeit, freundlich und hilfsbereit gegenüber einfachen Leuten (wenn auch vorzugsweise bei jungen Mädchen). Geschichten vom „edlen Räuber“, der Arme beschenkte, tauchten zwar schon unmittelbar nach der Verhaftung des Schinderhannes auf – ohne dass bisher jemand deren Wahrheitsgehalt belegt hätte. Sicherlich hatten die Räuber wenig zu verschenken: Geld zerrann so schnell unter den Fingern, wie es geraubt worden war. Die Beute ging meist in viele Teile: Hehler und Helfershelfer wollten ihren Anteil, auch korrupte Beamte, Wirte und Fährleute für ihr Schweigen. Der Branntwein war teuer, und die Mädchen wollten versorgt werden.<br>Angesichts der zahlreichen Verbrechen Bücklers muss man feststellen, dass er wenig von einem „Robin Hood des Hunsrück“ hat. In Wahrheit ging es den Straßenräubern nur darum, an Geld oder Wertsachen zu gelangen. Sie zögerten meist keinen Augenblick, zu diesem Zweck Gewalt einzusetzen. Sie prügelten mit Knüppeln oder Waffen auf Überfallene ein, folterten mitunter, indem sie Gefangenen Kerzen unter die Fußsohlen hielten, damit diese Geldverstecke verrieten. Manche erlitten dabei schwere Verletzungen, erholten sich nie mehr. Ob Bückler weniger gewalttätig war als seine Komplizen, wie wohlwollende Biographen behaupten, kann weder schlüssig bestätigt noch verneint werden. Nach eigenen Aussagen – so bereits am ersten Tag seiner Vernehmung am 19. Juni 1802 – und den Berichten anderer war er zumindest in viele Schlägereien mit Kameraden verwickelt, bei denen oft Blut floss, auch zahlreiche Freundschaften zerbrachen</p>



<h3 class="wp-block-heading"><strong>Der populäre Gangster war offenbar kein Judenfeind</strong></h3>



<p>In einigen frühen Flugblättern und Trivialromanen war nach der Verhaftung des Räuberhauptmanns unter anderem zu lesen, des Schinderhannes „Haß und seine Rache habe sich nur auf die Juden bestrekt“. Diese Behauptung wurde nach dem Ersten Weltkrieg in völlig anderem Kontext wieder aufgegriffen. Auch hier besteht zwischen Schinderhannes- Mythen und historischen Fakten beträchtliche Diskrepanz. Es ist belegt, dass Bückler zwar tatsächlich eine Reihe jüdischer Händler überfallen hat – die überwiegende Mehrzahl seiner Opfer aber waren Christen. Der Schinderhannes scherte sich wohl wenig um die Religion seiner Opfer, es ging ihm vor allem darum, dass deren Geldkatze wohlgefüllt war. Belegt ist, dass er immer wieder mit jüdischen Komplizen und jüdischen Hehlern kooperierte, auch scheint eine seiner Geliebten Jüdin gewesen zu sein. Während einer Vernehmung gab er an, „er kenne viele Juden auf dem rechten Rheinufer“, was alles gegen die ihm nachgesagte Judenfeindschaft spricht. Christliche Pfarrhäuser waren dagegen vor dem Regime der Französischen Republik im Hunsrück häufig Ziel von Raubüberfällen – die Enteignung der Kirche und Vertreibung der Priester beendete dies. Auf dem rechten Rheinufer dagegen wurden auch 1801/02 noch immer Pfarrhäuser überfallen, so auch das Pfarrhaus in Münster bei Dieburg, das Komplizen des Schinderhannes überfallen haben sollen. Auch ein missglückter Überfall auf die „Krone“ in Semd wird „dem Schinderhannes“ zugeschrieben. Die netten Anekdoten, wie der Schinderhannes Vertreter der Obrigkeit ärgerte, mit Wucherern und Geizhälsen Schabernack trieb, ohne dass Blut floss, sind zum großen Teil nicht nachprüfbar. Ein Teil kam wohl aus Berichten über andere Räuber hinzu, die auf den Schinderhannes übertragen wurden.</p><p>The post <a href="https://www.die-semmer.de/2008/06/15/ein-deutscher-robin-hood/">Ein deutscher Robin Hood?</a> first appeared on <a href="https://www.die-semmer.de">Semmer-Seite</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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